Viele Franzosen horten ihren Reichtum in Belgien

Die belgischen Wirtschaftsblätter De Tijd und L’Echo berichten in ihren Wochenendausgaben über die Tatsache, dass viele reiche Franzosen Kapital in Belgien horten. Zudem haben einige der reichsten Franzosen ihren Wohnsitz nach Belgien verlegt. So wollen sie der „Reichensteuer“ der Regierung Hollande in Paris entgehen.

Der Trend, dass wohlhabende Franzosen ihr Heil in Belgien suchen, ist nicht erst seit gestern zu spüren. Schon vor der Amtsübernahme der linken Hollande-Regierung in Frankreich verlegten Franzosen hohe Werte, Kapital und sogar ihre Firmenhauptstize nach Belgien und dort in erster Linie nach Brüssel und Umgebung. Einer der prominesten reichen Franzosen, die sich in Belgien niedergelassen haben, ist der reichste Mann unseres Nachbarlandes, Bernard Arnault (kl. Foto), der bereits seit 1999 einige seiner Firmen und Gesellschaften nach Belgien verlegte.

Nach Berechnungen der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd und ihren frankophonen Schwesterblatt L‘Echo haben die 500 reichsten Familien Frankreichs über insgesamt 54 Holdings rund 17 Milliarden Euro in Belgien geparkt. Überdies haben rund 20 % der Top 100 der reichsten französischen Familien einen Wohnsitz in Belgien oder sogar ihren Hauptwohnsitz.

Die Zahlen der belgischen Wirtschaftsblätter berufen sich auf Angaben des belgischen Staatsblattes, in dem alle Gründungen von Unternehmen gleich welcher Art veröffentlicht werden. Insgesamt leben rund 250.000 Franzosen in Belgien. Viele der reichsten von ihnen leben im Brüsseler Stadtteil Elsene (großes Foto).

Doch eine Studie des französischen Konsulats in Belgien, die sich mit den eigenen Landsleuten im frankophonen Landesteil Belgiens beschäftigte, geht davon aus, dass die Zahl derer, die aus Gründen der Steuerflucht nach Belgien gekommen sind, unter 1.000 liegen soll. Dem entgegen meldet das Luxusmagazin Juliette & Victor, dass sich an die in Belgien lebenden Franzosen richtet, dass rund 5.000 Bürger der „Grande Nation“ aus steuerlichen Gründen ihr Heimatland zumindest formell aus steuerlichen Gründen in Richtung Belgien verlassen haben.