Belgien sucht den "Super-Premier"

Belgien sucht immer noch nach einem neuen Premier. Jetzt, da die flämischen Christdemokraten (CD&V) mit Marianne Thyssen als EU-Kommissarin für Beschäftigung und Soziales einen wichtigen Posten in der EU mit einer Person aus den eigenen Reihen besetzen durften, sind sich die vier Parteien der designierten Mitte-Rechts-Regierung aus flämischen Nationaldemokraten N-VA, der CD&V und der liberalen Familie Open VLD aus Flandern und MR aus dem frankophonen Spektrum einig, dass ein liberaler Politiker für das Amt des belgischen Regierungschefs am Zuge sei.
Jonas Roosens

Der flämische Christdemokrat und Co-Regierungsbildner Kris Peeters (großes Foto), der selbst gerne Premier hätte werden wollen, sieht das ähnlich. Er will, dass die liberale Familie nun schnell einen Kandidaten für das Amt des Premierministers vorschlägt. Das sagte er zu Beginn der Regierungsverhandlungen am Dienstag.

"Sie wissen, dass vereinbart worden ist, dass die liberale Familie den Premier voschlägt, aber ich habe den Eindruck, dass gerade mehrere liberale Exzellenzen in den Startlöchern sitzen. Ich denke, dass es gut wäre, wenn die liberale Familie schnell Klarheit in die Sache bringt", so Peeters.

Spekuliert wird über Namen wie Charles Michel und Didier Reynders auf französischsprachiger Seite. Eine kürzliche Umfrage in den französischsprachigen Medien ergab, dass die liberale Flamin Maggie De Block (Open VLD - kleines Foto) ganz oben in der Wählergunst steht. Sie ist jedoch offenbar noch unentschieden und würde, wie sie selbst betont, weder ja noch nein zu dem Job sagen.

Die Vorsitzenden der Mitte-Rechts-Parteien sitzen an diesem Dienstag zusammen, um über unter anderen den Atomausstieg und die Flugrouten ab Zaventem zu sprechen.

Am morgigen Mittwoch bekommen die Regierungsunterhändler auch einen Bericht mit jüngsten Zahlen zur belgischen Wirtschaft. Darauf haben sie noch gewartet, um mit den Haushaltsgesprächen zu beginnen.