"Heilige Orte, heilige Bücher" - Drei Religionen

Das Museum am Strom (MAS - Foto) und die Kulturerbe-Bibliothek Hendrik Consciense in Antwerpen präsentieren in diesen Tagen eine prestigeträchtige Doppelausstellung zum Thema Weltreligionen. Über Ausstellungsstücke aus der ganzen Welt verdeutlichen diese unter dem gemeinsamen Titel „Heilige Orte, heilige Bücher“ Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen dem christlichen, dem islamischen und dem jüdischen Glauben.

Das MAS im Antwerpener Hafen wartet im Ausstellungsteil „Heilige Orte“ mit drei ganz besonderen Stücken auf: Mit dem Gemälde „Jerusalem“ des jüdisch-französischen Malers Marc Chagall aus einer Privatsammlung in Frankreich, mit der „Madonna von Loreto“ von Caravaggio aus der Sant'Agostinokirche in Rom und mit dem vergoldeten Schloss mitsamt Schlüsse aus der Ka’ba in Mekka, die eigentlich zur Sammlung des Topkapi-Museums in Istanbul gehören.

Der Topkapi-Palast in der türkischen Hauptstadt hat fast alle Schlüssel zu den bekanntesten islamischen Heiligtümern in seiner Sammlung.

Die Kulturerbe-Bibliothek wiederum zeigt im Teil „Heilige Bücher“ ein Fragment der Schriftrollen vom Toten Meer, die zwischen 1947 und 1956 in Felshöhlen nahe der Ruinenstätte Khirbet Qumran im Westjordanland entdeckt wurden, eine im 3. Jhdt. nach Chr. entstandene Version der Briefe des Apostels Paulus, einer der ältesten erhaltenen Koranverse und eine der originalen Bibeln von Gutenberg, die zwischen 1454 und 1455 die ersten Bücher Europas waren.

„Heilige Orte, heilige Bücher“ befasst sich mit vielen Bereichen der drei großen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum, um Unterschiede, vor allem aber Gemeinsamkeiten aufzeigen.

Dabei werden neben Kunstgegenständen und Ausnahmebüchern auch das Thema Pilgern berührt. Hier erzählen „Mitbringsel“ von Pilgern der drei Religionen einen Teil der Geschichte.

Die Ausstellung „Heilige Orte, heilige“ Bücher läuft im Museum am Strom noch bis zum 18. Januar 2015 und in der Kulturerbe-Bibliothek Hendrik Conscience bis zum 21. Dezember 2014. Dieser frühere Abschluss ist der extrem hohen Empfindlichkeit mancher Dokumente geschuldet. Bis dahin kostet ein Kombi-Ticket für beide Ausstellungsteile 14 €. Aber, beide Häuser können auch einzeln besucht werden.