Belgien tut zu wenig zur Integration Schwächerer

Nach einer Studie der deutschen Bertelsmann-Stiftung landet Belgien nur im europäischen Mittelfeld bei der Integration von schwächeren Bevölkerungsteilen: Arbeitslose, Einwanderer, Kinder, Kranke oder sozial Schwache. In den skandinavischen Ländern gelingt dies laut Bertelsmann viel besser.

Neben den Skandinaviern schneiden in dieser Hinsicht auch Deutschland, Österreich und Tschechien recht gut ab, doch Belgien hinkt hier hinterher und belegt in der Studie der Bertelsmann-Stiftung nur den 11. Rang. Das mag drei Gründe haben: Eine unzureichende Bekämpfung der Armut, ein zweigleisig fahrendes Bildungssystem und ein schwerfälliger regionalisierter Arbeitsmarkt.

Das die Arbeitsmarktpolitik in Belgien in Sachen Integration Schwächerer nicht greift, ist an der Tatsache zu erkennen, dass die Jugendarbeitslosigkeit in allen Landesteilen hoch bleibt und dass auch die Lage bei der Stellenvermittlung von älteren Arbeitsuchenden kaum Fortschritte macht.

Zudem bleibt die Zahl derer, die am Existenzminimum leben, weiter hoch. Dies ist insofern fatal, als dass in Belgien der Zusammenhang zwischen dem sozialen Status und dem Bildungssystem, bzw. dem Erfolg in diesem System, laut Bertelsmann zu groß ist.

Die Studie Bertelsmann-Stiftung gibt Belgien allerdings gute Punkte in Sachen Gesundheitspolitik. Hier erzielen neben unserem Land auch Luxemburg, die Niederlande und Schweden gute Werte.