Doel 1 und Doel 2 bleiben bis 2025 am Netz

Die vier Parteien der designierten Mitte-Rechts-Regierung in Belgien haben sich im Entwurf zu ihrem Koalitionsabkommen in der Frage der Energiesicherheit darauf geeinigt, die Meiler 1 und 2 des Kerbkraftwerks Doel bei Antwerpen 10 Jahre länger am Netz zu lassen. Diese beiden Reaktoren sind die ältesten Meiler in Belgien.

Nach Ansicht der so genannten „Schwedischen Koalition“ aus N-VA, CD&V, Open VLD und MR sollen die Atommeiler Doel 1 und Doel 2 des gleichnamigen Kernkraftwerls bei Antwerpen bis zum für 2025 geplanten Atomausstieg in Belgien am Netz bleiben.

Die Koalitionspartner sehen vor, die aus dem Weiterbetrieb der längst abgeschriebenen Meiler zu generierenden Einkommen - die Atomsteuer, die Kraftwerksbetreiber Electrabel an den belgischen Staat abführen muss - integral in den Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu investieren.

Zudem sollen diese weiterbetriebenen Meiler bis 2025 dabei helfen, die Energieversorgung in Belgien zu garantieren. Allerdings muss die Aufsichtsbehörde für Reaktorsicherheit (FANC) dem Weiterbetrieb der Meiler noch zustimmen, doch von dieser Seite her wurden bereits vorher Bedenken angemeldet.

Entschieden werden soll darüber definitiv gegen Ende des Jahres, wenn feststeht, ob die derzeit wegen Haarrissen in der Reaktorummantelung stillgelegten Meiler Doel 3 und Tihange 2 wieder hochgefahren werden oder nicht.

Die belgischen Grünen Ecolo (frankophon) und Groen (flämisch) sind kategorisch gegen diesen Schritt. Sie halten den Weiterbetrieb von Atomanlagen mit Baujahr 1975 für unverantwortlich. Deren Fraktionschef in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments Kristof Calvo (Groen und Ecolo bilden hier eine gemeinsame Fraktion) nannte dieses Vorhaben „einen Kniefall vor Electrabel“.

Die zukünftige Regierung organisiere so einen „Millionentransfer“ in Richtung Paris, so Calvo. Electrabel ist eine Tochter des französischen Mischkonzerns GDF-Suez und gilt als „Melkkuh“ der Gruppe, denn die in Belgien in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke sind längst abgeschrieben und fahren Reingewinne ein.