Täglich rund 150 Verletzte im Straßenverkehr

In der ersten Hälfte des Jahres wurden in Belgien 27.180 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt. Das sind genau 1.985 mehr, als im gleichen Zeitraum des Jahres 2013, wie das Belgische Institut für Verkehrssicherheit (BIVV) dazu meldet. In letzter Zeit sind auch wieder mehr Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer in Verkehrsunfälle verwickelt.

Besonders auffallend dabei ist die hohe Zahl an verletzten Radfahrern. Diese Zahl stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres laut BIVV-Statistiken um 23 % an. Doch nicht selten sind diese Radfahrer selbst schuld an ihren Unfällen. Oft, so der BIVV-Bericht, benehmen diese sich zu waghalsig im Straßenverkehr. Nicht selten sind in solche Unfälle auch gar keine Autos verwickelt, sondern Radfahrer stießen unter einander zusammen oder verletzten bei selbstverschuldeten Unfällen Fußgänger.

Flanderns neuer Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) fürchtet, dass das angestrebte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in seinem Bundesland bis 2020 auf unter 200 zu bringen, zu verpassen und fordert in diesem Zusammenhang erneut den Führerschein auf Punkten, wie er gegenüber der Tageszeitung Het Nieuwsblad sagte. Alleine in Flandern waren zwischen Januar und Juni 2014 13 Verkehrstote mehr zu beklagen, als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die flämische Tageszeitung Gazet Van Antwerpen stellt jetzt die Frage, ob all diese teilweise mit schockierenden Bildern versehenen Aufklärungskampagnen zur Verkehrssicherheit, die durch das BIVV auf den Weg gebracht wurden, überhaupt etwas bewirkt haben. Die Zahl der so genannten „Wochenende-Unfälle“ steigt wieder und die Zahl der Verkehrstoten will nicht sinken. Bei Blitzmarathons werden in letzter Zeit immer mehr Raser erwischt und die Automobilindustrie wirbt wieder mit rassigen und schnellen Flitzern.

"Bleiben am Ball"

Das Belgische Institut für Verkehrssicherheit will am Ball bleiben und zweifelt die eigene Arbeit nicht an. Doch man kann die Leite nicht mehr ständig mit schockierenden Bildern konfrontieren, denn daran gewöhnt man sich irgendwann. Die BIVV-Kampagnen basieren auf Verhaltensstudien und daran wolle man festhalten, auch wenn jede Kampagne stets bewertet werden, sagte der Sprecher des Instituts, Koen Peeters gegenüber Gazet Van Antwerpen.