Belgiens Bauern drohen mit Schweineboykott

Die allgemeine Gewerkschaft der Bauern droht damit, die Schweinefleischindustrie zu boykottieren. Die Bauern wollen vom 8. Dezember bis zum 1. Januar kein einziges Ferkel mehr ausliefern.

Die Supermärkte und Metzger werden ihren Kunden dann kein frisches Schweinefleisch mehr anbieten können. Schon seit 5 Jahren müssen die Schweinezüchter mit Verlust verkaufen, sagt Luc Van Dommelen von der allgemeinen Bauerngewerkschaft: "Bei jedem Schwein, das den Bauernhof verläßt, verlieren wir Geld. In den vergangenen Jahren ist das schon mehrmals so gewesen. Das ist eine Situation, die einfach nicht mehr tragbar ist."

"Das Ziel ist, in den kommenden Monaten systematisch das Schlachtgewicht zu senken, so dass wir in den letzten 3 Wochen dieses Jahres kein einziges Schwein ausliefern müssen. Damit werden alle Schlachthäuser, aber auch alle fleischverarbeitenden Unternehmen lahm gelegt."

Der Bauernverband, der der größte Berufsverband der Landwirte darstellt, beugt sich derzeit über den Vorschlag des Boykotts. In erster Linie erwartet der Verband aber Unterstützung von Europa.

Die flämische Landwirtschaftsministerin, Joke Schauvliege, reagierte auf die Drohung der Bauern. Sie wies darauf hin, dass auch das Verbraucherverhalten Einfluss auf die Preise habe: "Gerade der Verbraucher muss sich der Tatsache bewusst werden, dass, wenn man Qualität, ein abwechslungsreiches Angebot und Produkte aus unserer Gegend ohne große ökologische Einschnitte will, Produkte unserer Landwirte kaufen sollte. Wir müssen uns vor allem darauf konzentrieren. Man kann nämlich nicht einfach so von der Regierung aus in das Marktgeschehen eingreifen. Was wir schon versuchen, ist, einzulenken - insofern das möglich ist und natürlich unter der Aufsicht Europas."