Belgiens Königspaar in Bad Doberan und Rostock

König Philippe und Königin Mathilde waren am Donnerstag auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast bei den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der „Friedlichen Revolution“ in der ehemaligen DDR teil. An diesen Feierlichkeiten nahmen die Staatsoberhäupter aller Länder teil, in denen deutschsprachige Bürger leben.

Bundespräsident Joachim Gauck hatte zu diesem Anlass die Staatsoberhäupter von Österreich, Liechtenstein, der Schweiz, Belgiens und Luxemburgs nach Bad Doberan, Warnemünde und Rostock eingeladen. Bei dem informellen Treffen standen sowohl Fragen zum demografischen Wandel in Europa im Mittelpunkt (Geburtenrückgang, Zuwanderung), als auch das Erinnern an die ‚Friedliche Revolution‘ in der ehemaligen DDR vor 25 Jahren.

Zum Thema Demografie konnte Belgiens König Philippe erwähnen, dass sein Land, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa, derzeit mit einem Geburtenüberschuss aufwarten könne. Gastgeber Gauck sagte zum gleichen Thema, dass Zuwanderung vor allem Vorteile habe. Bei der Zuwanderung könne Deutschland zudem aus den Erfahrungen der Schweiz lernen.

Der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter, derzeit auch Vorsitzender der OSZE, strich seinerseits die besondere Situation in der Schweiz mit einem Ausländeranteil von fast einem Viertel der Gesamtbevölkerung heraus. Von den an dem Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter vertretenen Ländern hat nur noch Luxemburg einen höheren Ausländeranteil.

Zum Auftakt dieses hochrangigen internationalen Treffens kamen die Staatsoberhäupter zunächst zu einer Arbeitssitzung in Bad Doberan zusammen. Dort wurden sie von Bundespräsident Gauck und vom Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), begrüßt. Am Donnerstagnachmittag besuchen die Staatsoberhäupter und ihre Partnerinnen gemeinsam mit dem deutschen Bundespräsidentenpaar die Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Stasi - heute Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen - und die Marienkirche in Rostock.

Dies war das insgesamt 11. Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter. Belgien und Luxemburg nahmen zum ersten Mal an diesem Treffen teil. Seit 2004 finden die Gespräche reihum in den verschiedenen Ländern statt. Das belgische Königspaar wurde eingeladen, weil zum Königreich Belgien auch die kleine deutschsprachige Minderheit im Osten des Landes in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) gehört.