Erste Constant Meunier- Expo seit 105 Jahren

Bis zum 11. Januar 2015 ist in den Brüsseler Museum für Schöne Künste (KMSK) eine ganz besondere Ausstellung zu sehen. Diese Ausstellung widmet sich dem Schaffen des bildenden Künstlers Constant Meunier. Damit findet zum ersten Mal seit nicht weniger als 105 Jahren noch einmal eine Werkschau dieses Künstlers statt.

Das Schaffen des Brüsseler Bildhauers, Malers und Grafikers Constant Meunier (*Etterbeek, 12 april 1831 - +Elsene, 4 april 1905) befasste sich stets mit sozialen Themen. In seinem Werk steht quasi der Arbeiter zentral.

Meuniers Arbeiten wurden deshalb seiner Zeit auch von den sozialen und linken Bewegungen übernommen und der belgische Künstler galt als großes Vorbild für kommunistische Regimes und deren „realistisches“ Kunstverständnis.

Allerdings hat sich Meunier selbst, als typischer Vertreter der Kunst des 19. Jhdt. niemals politisch einspannen lassen. Er blieb zeitlebens ein sozialer Künstler, der niemals parteipolitisch aktiv gewesen ist. KMSK-Direktor Michel Draguet und Ausstellungs-Kuratorin Francisca Vandepitte stellen fest, dass das Thema von Meuniers Werk heute aktueller denn je ist.

Draguet beschrieb Meuniers Schaffen bei der Vorstellung der Ausstellung als „Prophet einer katastrophalen Zukunft“. Minderheiten, ausgelaugte, wenn auch heldenhaft dargestellte Arbeiter, der Klassenunterschied - alles Themen eines Industriezeitalters, das damals wie heute vor großen Herausforderungen stand und steht, post-apokalyptische Industrie- und Brachlandschaften inklusive.

Umfassendes Rahmenprogramm

Die KMSK haben gemeinsam mit dem Löwener M-Museum als Partier - Meunier arbeitete in den letzten Jahren seines Lebens als Dozent in der dortigen Universität - ein Rahmenprogram um das Schaffen des Künstlers zusammengestellt, das neben geführten Ausstellungsbesuchen auch Stadtwanderungen in Brüssel und Filmvorführen umfasst. Die Ausstellung an sich ist chronologisch aufgebaut und folgt auch geografisch dem Schaffen Meuniers, nämlich den Orten, an denen große Skulpturen und Fresken von ihm stehen.

Höhepunkt dabei ist „Het grauwvuur“ („Das graue Feuer“), ein monumentales Kunstwerk, dass eine Mutter zeigt, die ihren Sohn unter den Leichen von ums Leben gekommenen Kumpels entdeckt. Die Skulptur entstand nach der Gasexplosion im Kohlebergwerk von Quaregnon (Prov. Hennegau, Vorort von Mons) am 4. März 1887, bei der 120 Bergarbeiter ums Leben kamen.

Zur Webseite der KMSK in Brüssel