IS-Terroranschläge in Belgien vereitelt?

Die Börsenzeitung ‚De Tijd‘ berichtet in ihrer Wochenendausgabe, die belgische Bundes-Staatsanwaltschaft habe ehemalige Syrien-Kämpfer daran gehindert, in Belgien mehrere geplante Attentate durchzuführen. Etwa 90 ehemalige Syrien-Kämpfer sind wieder in Belgien.
BELGA/GERON

In Belgien sind in den letzten Monaten mehrere Anschläge ehemaliger Syrien-Kämpfer oder Sympathisanten der Terrororganisation IS vereitelt worden. Die Bundes-Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es nach Ermittlungen unter zurückgekehrten Syrien-Kämpfern Haftbefehle und Festnahmen gegeben habe, gab aber keine Einzelheiten frei.

Wie der niederländische Rundfunk NOS berichtet, soll eines der potentiellen Anschlagsziele das Berlaymont-Gebäude - der Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel - gewesen sein.

Anscheinend haben die Sicherheitsdienste die geplanten Attentate geheim gehalten, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Die Verdächtigen, bei denen es sich auch um Sympathisanten der Terrormiliz IS handeln soll, befänden sich allesamt in U-Haft, so die Zeitung.

Mindestens ein Anschlag vereitelt

Ehemalige Kämpfer in Syrien beziehungsweise Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten Angriffe geplant, die mit dem Anschlag im Jüdischen Museum in Brüssel vergleichbar gewesen wären, heißt es unter Berufung auf Justizquellen. Mindestens ein Anschlag soll durch die Festnahmen verhindert worden sein.

Im Jüdischen Museum hatte ein 29-Jähriger am 24. Mai vier Menschen erschossen. Der festgenommene mutmaßliche Täter - der Franzose Mehdi Nemmouche - soll als selbst ernannter Gotteskrieger zuvor in Syrien gekämpft haben.

90 Syrien-Kämpfer zurückgekehrt

Mittlerweile sollen etwa 90 Syrien-Kämpfer nach Belgien zurückgekehrt sein. Von denen soll jeder Neunte bereit sein, sich an Anschlägen zu beteiligen. „Das ist eine konservative Einschätzung“, schreibt ‚De Tijd‘, „vor allem wenn die Personen mitgerechnet werden, die für die Logistik der Anschläge sorgen.“

Seit August sollen auch wieder neue Belgier nach Syrien gereist sein, um dort zu kämpfen. Bisher sind die Namen von 325 belgischen Syrien-Kämpfern bekannt, aber wahrscheinlich sind es etwa 400. Das Problem übersteigt die Möglichkeiten der hiesigen Sicherheitsdienste. Außerdem müssen die 90 Heimkehrer auch noch beschattet werden, was zusätzliche Personalkapazitäten bindet.