Eine Pipeline lässt Bier unter Brügge durchfließen

Die Brauerei De Halve Maan aus Brügge hat die Zustimmung der kommunalen Behörden erhalten, unter der Stadt durch eine drei Kilometer lange Bierleitung zu legen. Diese Bier-Pipeline soll die eigentliche Brauerei mit der Abfüllanlage verbinden, die in einem anderen Stadtteil liegt, wie verschiedene flämische Tageszeitungen dazu melden.

Die Brauerei De Halve Maan ist im Zentrum der weltweit bekannten westflämischen Stadt Brügge niedergelassen. Die Abfüllanlagen aber wurden außerhalb des historischen Stadtzentrums, im Gewerbegebiet Waggelwater, errichtet. Bisher wurde das frisch gebraute Bier Brugse Zot und Straffe Hendrik per Lastwagen durch Brügge transportiert, doch bald soll die Bierleitung das ändern.

Diese Pipeline soll möglich machen, stündlich bis zu 6.000 l. Bier zur Abfüllanlage fließen zu lassen. Das entspricht einer Menge von rund 750 Bierkästen. Der CEO der Brauerei De Halve Maan, Xavier Vanneste, sagte gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass die „Reise“ des Bieres zwischen 10 und 15 Minuten dauern wird. Mit dem Vorhaben können der Stadt Brügge Fahren von hunderten Lastwagen pro Jahr erspart werden.

Diese Bierleitung, so Vanneste, sei fast einmalig auf der Welt. Nur noch Tucher Bräu in Nürnberg verfährt ähnlich: Bereits 2001 wurde dort eine Bierpipeline von der Braustätte in der Schwabacher Straße zum Logistikzentrum im Fürther Gewerbepark Süd in Betrieb genommen. Das Bier fließt seitdem direkt von der Brauerei zur Abfüllanlage in diesem Logistikzentrum. Und seit einigen Jahren wird das Zelt der Hackerbrauerei auf dem Münchener Oktoberfest ebenfalls mit Bier durch eine unterirdisch gelegene Leitung versorgt.