Gewerkschaften läuten "Heißen Herbst" ein

Rund 5.000 Mitglieder der verschiedenen Gewerkschaften in Belgien haben am Dienstag in Brüssel gegen die von den Verhandlungspartnern zur Bildung einer neuen Bundesregierung geplanten Einsparungen demonstriert. Die Arbeitnehmerverbände drohten, dass sie sich nicht alles bieten lassen würden.

Tausende Vertreter der drei großen Gewerkschaftsfamilien in Belgien - Sozialisten, Liberale und Christlich-Soziale - haben am Dienstagmorgen im Zentrum von Brüssel den so genannten „Heißen Herbst“ eingeläutet. Mit einer großen Demonstrationsveranstaltung machten sie den Koalitionspartnern der designierten Mitte-Rechts-Regierung aus N-VA, CD&V, Open VLD und MR klar, dass sich die Arbeitnehmer in Sachen Sparpläne nicht alles gefallen lassen werden.

Die Gewerkschaften sehen nicht ein, dass beim „kleinen Mann“, dem Arbeiter und Angestellten also, gespart werden muss, während Arbeitgeber und Wohlhabende belohnt und die Kapitalerträge unangetastet bleiben würden. Die Warnung vor allzu drastischen Sparplänen war sehr deutlich und unmissverständlich. Diese Protestaktion sei nur der Anfang, so die führenden Gewerkschaftler.

Rudy De Leeuw, der Vorsitzende der sozialistischen Gewerkschaft ABVV, geht davon aus, dass die so genannte „Schwedische Koalition“ blinde Einsparungen durchführen werden, die nur die Arbeitnehmer, die Familien und die Bezieher von staatlicher Hilfe treffen würden: „Dies ist die konservativste Regierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Man wird alles auf dem Rücken der Arbeitnehmer finanzieren und sie kümmern sich nur um die Reichen und die Unternehmen. Diese Maßnahmen, die wir alle schon kennen, werden den Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen zur Folge haben.“

Die Gewerkschaften fordern von der zukünftigen Regierung, dass diese die Kaufkraft der Arbeitnehmer sichert, dass sie in zusätzliche Arbeitsplätze investiert und dass sie ehrlichere und gerechtere Steuergesetze vereinbart.