Vaterschaftsklage von Delphine Boël vor Gericht

Am Dienstag beginnt in Brüssel die Gerichtsverhandlung um die Vaterschaftsklage von Delphine Boël gegen Belgiens ehemaligen Monarchen, König Albert II. Boël kämpft seit Jahren um ihre Anerkennung und geht jetzt bis zum Äußersten. DNA-Tests von Mitgliedern des Königshauses wurden ihr allerdings verwehrt.

Delphine Boël kämpft seit vielen Jahren schon um eine Anerkennung durch ihren vermeintlichen Vater, den ehemaligen belgischen König Albert II.. Boëls Mutter, Sybille de Sélys Longchamps, hatte ab 1968 viele Jahre lang ein Verhältnis mit dem damaligen Prinzen von Lüttich und zuletzt belegte ein DNA-Test, dass deren früherer Ehemann, Jacques Boël, nicht der leibliche Vater von Delphine ist.

Der Prozess vor der Zwölften Kammer des Brüsseler Zivilgerichts stößt auf ein großes Medieninteresse und zum Auftakt des Verfahrens um diese Vaterschaftsklage werden sich die Plädoyers in erster Linie mit dem Ergebnis des DNA-Test von Jacques Boël beschäftigen. Dies hat folgenden Grund: Bevor nicht bewiesen ist, dass Jacques Boël nicht Delphines Vater ist, kann dessen Vaterschaft juristisch nicht für ungültig erklärt werden. Dies ist aber notwendig, um eine Vaterschaftsklage Delphine Boëls überhaupt vonstattengehen zu lassen.

Letztendlich will die Klägerin erreichen, dass die Justiz den ehemaligen belgischen König zu einem Vaterschaftstest zwingt, doch dies wird zu einem späteren Zeitpunkt behandelt. Vereinfacht würde ein solcher Vorgang durch die Tatsache, dass Albert II. nicht mehr Belgiens Staatsoberhaupt ist. Erschwerend kommt aber hinzu, dass sich Richter und Staatsanwälte nur behutsam mit dieser Sache beschäftigen werden. Urteile gegen den Palast sind eher unüblich.

Jacques Boël und Albert II. lassen sich von ihren Anwälten vertreten und werden nicht vor Gericht erscheinen. Delphine Boël aber erscheint natürlich als Klägerin. Deren Mutter, Sybille de Sélys Longchamps, ließ über die einschlägigen Medien erkennen, dass sie sich jederzeit im Ausland in ein Flugzeug setzen könne, um als Zeugin im Sinne ihrer Tochter auszusagen.