Flandern: Auch die Kultur erhält weniger Zuschüsse

Das Koalitionsabkommen der neuen flämischen Landesregierung sieht auch Streichungen im Bereich der Kultur vor. Hier werden in den kommenden beiden Jahren durchschnittlich 5 % weniger Zuschüsse erteilt, die Landeskulturminister Sven Gatz (Open VLD) am Rande der Debatte zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) im Landesparlament erklärte.

Nächstes Jahr werden durchschnittlich 5 % der Zuschüsse für die Kultur in Flandern eingespart. Einige Einrichtungen, wie die Flämische Oper oder das Ballett von Flandern müssen mit rund 2 % weniger Mittel aus der Landeskasse auskommen, doch kleineren Organisationen, Vereinigungen, Institutionen oder Gesellschaften werden bis zu 7,5 % der öffentlichen Mittel gestrichen. Die Museen und der Denkmalschutz erhalten 4 % Subsidien weniger.

Flanderns neuer Landeskulturminister Sven Gatz (Open VLD - kl. Foto) geht davon aus, dass es zu einer breiten Kulturdebatte kommen wird: „Wie viele große Einrichtungen muss sich die Kultur in Flandern leisten können und wie viele mittlere oder kleinere? Kultur wächst von unten heraus. Es ist schade, dass diese Debatte durch die Sparpläne vielleicht zu früh beginnen muss, aber früher oder später muss eine Auswahl ohnehin getroffen werden.“

Der Denktank der Kunst- und Kulturverbände in Flandern (Oko) hofft, dass sich die Lage nach zwei Jahren Einsparungen wieder erholen wird. Ab 2016 tritt das neue flämische Kulturdekret in Kraft und dann wird sich nach den Erwartungen von Oko ergeben, was in der Kultur (über)lebensfähig sein wird und was nicht.

Neben Einsparungen in der Kultur und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, VRT, oder auch steigenden Studiengebühren sieht das neue flämische Koalitionsabkommen allerdings auch Investitionen in die Bereiche Jugend und sozio-kulturelle Arbeit vor.

Jonas Roosens