Stromabschaltungen: Wer kommt für Schäden auf?

Falls es im kommenden Winter in Belgien aufgrund von Elektrizitätsengpässen zu „Blackout“ genannten offiziellen Stromabschaltungen kommen muss, kann es zu Schäden kommen. Doch wer kommt im Falle des Falles für diese Schäden auf? Die Beteiligten schieben sich gerade gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Die Pläne zu den eventuellen Stromabschaltungen, also den geplanten „Blackouts“, die regional recht unterschiedlich ausfallen können, stammen von Elia, dem Betreiber des belgischen Elektrizitätsnetzes. Doch Elia weist jede Verantwortung für dadurch vielleicht entstehende Schäden zurück mit dem Argument, man sei für einen ausgeglichenen Vertrieb des Stroms zuständig, nicht aber für die Produktion und Lieferung davon.

FEBEG, der Verband der Produzenten und Lieferanten von Strom in Belgien will im Falle von eventuellen Schadensersatzklagen von Privatleuten oder Unternehmen jeden Fall einzeln betrachten. Die für den Bereich Energie in der scheidenden belgischen Bundesregierung zuständige Staatssekretärin Catherine Fonck (CDH) verweist dabei auf den Vertrag zwischen den Kunden und den Lieferanten.

Electrabel hingegen, der Betreiber der meisten belgischen Energiezentralen und aller Kernkraftwerke im Land, sagte dazu, man habe keine Fehler begangen, die zu eventuellen „Blackouts“ führen könnten. Mögliche Elektrizitätsengpässe in Belgien im kommenden Winter sind die direkte Folge des Ausfalls von gleich drei Atommeilern in den beiden Kernkraftwerken Doel (bei Antwerpen) und Tihange (Prov. Lüttich).

Die Politik in Belgien muss sich in diesem Zusammenhang den Vorwurf gefallen lassen, trotz des geplanten Atomausstiegs, der auf das Jahr 2025 angesetzt wurde, nicht ausreichend nach alternativen Energiequellen gesucht zu haben.