Colruyt friert die Preise für Schweinefleisch ein

Die belgische Discounter-Kette Colruyt kündigte an, die Preise für Schweinefleisch nicht mehr länger nach unten zu korrigieren. Colruyt lässt diese Preise in den kommenden beiden Monaten stabil, um den belgischen Schweinezüchtern, die seit einiger Zeit unter einem akuten Preisverfall leiden, wieder mehr Raum zum Atmen zu geben.
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Colruyt machte diese Entscheidung am Donnerstag über eine Pressemitteilung publik und prompt folgte eine Reaktion des Bauernbundes, in der man von einem „ermutigenden Signal“ sprach.

Stefan Goedthaert, der Direktor der Abteilung Colruyt Group Fine Food, sagte, dass man sich der allgemein schwierigen Lage der Schweinezüchter durchaus bewusst sei und im Zuge dessen auch der der Landwirte, die ihr Vieh nach den geltenden Regeln, die die Warenhauskette handhabt, halten: „Wir wollen ihnen denn auch dabei helfen, diese schwierige Zeit zu überbrücken.“ Colruyt will zudem Schweinefleisch aus Belgien in dieser Zeit deutlich besser und auffallender bewerben.

Colruyt will die Preise für Schweinefleisch in den nächsten beiden Monaten auf dem heutigen Niveau einfrieren. Das bedeutet allerdings auch, dass man bei dem Discounter auch Preisanstiegen nicht folgen wird. Man überlegt bei Colruyt, so weiterzumachen, bis das Preisgefüge im Bereich Schweinefleisch wieder im Gleichgewicht ist. Das bedeutet, dass ein solches Gleichgewicht dann erreicht ist, wenn der Puffer von Colruyt kompensiert wird. Eigentlich richtet sich der Preis für Schweinefleisch nach Angebot und Nachfrage auf dem internationalen Markt.

Vor einiger Zeit drohten die Schweinezüchter in Belgien damit, den Handel bis Weihnachten nicht mehr mit ihren Produkten zu beliefern, da die Preise, die man den Produzenten derzeit zahle, so niedrig seien, dass man nur noch Verluste mache. Diese Warnung nimmt Colruyt offenbar ernst, denn dort hat man die dramatische Lage der Lieferanten wohl erkannt.