Gent fordert direkte EU-Gelder für die Städte

Daniël Termont (SP.A - Foto), der Bürgermeister von Gent, fordert, dass die Städte selbst direkt Anträge auf Zuschüsse bei der Europäischen Kommission stellen können. Derzeit läuft ein solches Verfahren noch über die belgische Bundesebene, doch laut Termont hat die lokale Ebene oft andere Bedürfnisse, als die, die staatliche Ebene in Brüssel handhabt.

Gent Bürgermeister, der flämische Sozialist Daniël Termont, ist der Ansicht, dass die Städte und Kommunen in der Frage der Bezuschussung von Seiten der Europäischen Union andere Sorgen, Nöte und Bedürfnisse haben, als die belgische Bundesebene in Brüssel handhabt. Termont hat dabei ein konkretes Beispiel.

Seine Stadt ist seit einigen Jahren ein Anziehungspunkt für aus Osteuropa flüchtende Roma. Die Kosten für deren Unterbringung und für andere anfallende Posten in diesem Zusammenhang muss die Stadt Gent selber tragen. Darum hofft Termont auf Hilfe durch die EU, doch eigentlich muss er dazu den Umweg über Brüssel nehmen - in diesem Fall in ihrer Funktion als belgische Hauptstadt.

Jetzt traf sich Termont in dieser Frage in Brüssel - diesmal in der EU-Hauptstadt - mit den noch zuständigen EU-Kommissar für Arbeit und Soziales, Lazlo Andor. Dessen Amt übernimmt in der neuen EU-Kommission die belgische Christdemokratin Marianne Thyssen (EVP/CD&V).

Von ihr erwartet Gents Bürgermeister in dieser Frage sehr viel, wie er am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion erklärte: „Lasst uns ehrlich sein. Wenn man in seiner eigenen Sprache eine bestimmte Anzahl an Dingen erklären kann, ist das doch viel interessanter und einfacher. Sie kennt auch unsere Mentalität, unsere Kultur und dergleichen mehr. Wir erwarten von ihr, dass sie in jedem Fall als EU-Kommissarin in einer korrekten Art und Weise diese Probleme in der Kommission ansprechen wird.“