Polizei führt "Woche ohne Knöllchen" durch

Die Polizeigewerkschaften in Belgien werden in der kommenden Woche keine Strafzettel auszuschreiben. Nach einer Großdemo und einem landesweiten Streiktag ist dies der dritte Streich ihrer Proteste gegen die anstehende Rentenreform bei der Polizei.

Die Polizeigewerkschaften hatten sich am Freitagmorgen mit den beiden Co-Regierungsbildnern Kris Peeters (CD&V) und Charles Michel (MR) zu Gesprächen über die Neuregelung der Renten der Polizisten getroffen, doch zufriedenstellende Ergebnisse brachte das nicht und so machen die Polizisten ihre Drohung war und veranstalten kommende Woche eine "Woche ohne Knöllchen"..

Seit dem vergangenen Sommer wissen die Polizisten, dass sie auf jeden Fall länger arbeiten müssen. Laut einem Urteil des Verfassungshofes müssen alle Polizisten, egal, wie lange sie schon im Dienst sind und egal, bei welcher Einheit sie tätig sind, bis zum Alter von 62 Jahren arbeiten.

Das bedeutet für nicht wenige, die bereits ihre Pensionierung vor Augen hatten, dass sie bis zu acht Jahre weiterarbeiten müssen. Eine Übergangsregelung für solche Fälle steht weiter aus, was wohl auch der sich hinziehenden Regierungsbildung geschuldet ist. Die Gespräche zwischen den Polizeigewerkschaften und den Regierungsbildnern führten am Freitag nicht zu befriedigenden Antworten und so gibt es in der kommenden Woche in Belgien aller Voraussicht nach tatsächlich keine „Knöllchen“.

Aber, eine solche „knöllchenfreie“ Woche bedeutet nicht, dass jetzt Anarchie herrschen kann. Die Polizei will lediglich bei leichten Übertretungen keine Strafzettel verhängen. Die unbemannten Blitzanlagen arbeiten wie sonst auch und schwere Gesetzesübertretungen aller Art werden nicht toleriert, so ein Sprecher einer Polizeigewerkschaft dazu.