Deflation in Belgien

Erstmals in knapp 5 Jahren haben die Statistiker in Belgien eine negative Inflationsrate ermittelt. Die Inflationsrate - die Erhöhung der Lebenskosten - sinkt schon seit geraumer Zeit und beträgt jetzt weniger als 0 Prozent.
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Wenn die Teuerungsrate weniger als 0 % beträgt (negativ ist), dann gewinnt das Geld an Wert und man kann für einen bestimmten Betrag zum Beispiel mehr Waren oder Dienstleistungen kaufen als noch vor einem Jahr. Die Waren oder Dienstleistungen werden also billiger.

Im Vergleich zum September letzten Jahres sind die Preise um 0,12 % gesunken. Bei so einer negativen Inflation spricht man dann von Deflation.

Mögliche Folgen können sein, dass Verbraucher mit aufschiebbaren Käufen warten, bis diese noch billiger geworden sind. So steigt zwar die Kaufkraft, es muss aber nicht unbedingt auch mehr gekauft werden. Kurzfristig können auch die Löhne sinken, wie das in einigen Sektoren bereits der Fall ist.

Ökonom Koen De Leus von KBC betonte im VRT Fernsehen hierzu: "Das kann Folgen für die Löhne haben, weil wir eine Lohnindexierung haben. Wenn die Preise steigen, werden die Löhne nach oben korrigiert. Wenn die Preise sinken, können die Preise nach unten korrigiert werden. Das ist von Sektor zu Sektor unterschiedlich."

Für Sparer ist eine Deflation eher positiv, weil das Geld auf dem Sparkonto in einem Jahr mehr wert ist.

Allerdings könnte die Deflation junge Unternehmer belasten, die einen Kredit aufgenommen haben. Wer Schulden hat, wird mehr belastet, denn das noch zu zahlende Geld wird natürlich auch mehr wert.

Deflation sollte also nicht zu lange dauern, weil sie für die Wirtschaft besonders schlecht ist.

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