Hagelschäden bringen Versicherung das Aus

Der Hagelsturm, der Anfang Juni in Wingene in Westflandern für fünf Verletzte und enorm hohen Sachschaden sorgte, hat bemerkenswerte Spätfolgen. Eine lokale Versicherungsgesellschaft kann die bei ihr versicherten Kunden nur teilweise entschädigen und beendet ihre Aktivitäten.

Rund 200 Privathaushalte oder Unternehmen aus dem westflämischen Wingene werden für die beim Hagelsturm am 7. Juni dieses Jahres nicht oder nur teilweise entschädigt. Der Grund dafür liegt bei der lokalen Versicherungsgesellschaft „De Onderlinge Wingense Brandverzekering“, die nach eigenen Angaben über zu wenig Einkommen verfügt, um Schäden in derartiger Höhe ersetzen zu können. Die Versicherung wird ihre Aktivitäten stilllegen müssen.

Guido Haeck, der Vorsitzende der Versicherungsgesellschaft, sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass zwei Drittel aller Haushalte in Wingene bei seiner Gesellschaft versichert sind: „Wir haben aber nur Einkünfte aus Wingene, während fast alle anderen Gesellschaften landesweit Kunden haben. Wenn also in Wingene etwas schlimmes passiert, wie jetzt drei Unwetter in nur einem Jahr Zeit, dann steht man normalerweise vor vollendeten Tatsachen.“

Nach Angaben von Assuralia, dem Dachverband der in Belgien aktiven Versicherungsgesellschaften, ist das, was gerade in Wingene geschieht, ein Zusammentreffen von sehr außergewöhnlichen Umständen, bei denen sich die geographische Nähe und die lokale Konzentration als sehr nachteilig erweist.