Energieschleuder Belgien

Der ökologische Fußabdruck des Belgiers wird immer größer. Belgien ist einer der größten Verbraucher von Rohstoffen weltweit. Belgien belegt den 5 Platz auf der Weltrangliste der "Energiefresser", noch vor den Vereinigten Staaten und Deutschland. Das geht aus einem Bericht des WWF, des World Wide Fund For Nature, also eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt, hervor.

"Wenn jeder Mensch auf der Welt den gleichen Lebensstil wie ein Belgier pflegen würde, bräuchte man 4,3 Planeten", heißt es im Bericht 'Living Planet Report 2014' der Umweltgruppe WWF. Wäre Belgien eine Insel und könnte nicht auf die Biokapazität anderer Länder, also auf das natürliche Kapital anderer Länder zurückgreifen, hätte Belgien all seine Ressourcen bereits aufgebraucht und gäbe es dieses Land schon lange nicht mehr, so der Bericht weiter.

Alle zwei Jahre veröffentlicht WWF einen wissenschaftlichen Bericht über den Zustand der Erde. Die Naturschutzorganisation stützt sich auf zwei Indikatoren. Sie misst die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums.

Insgesamt zeigt das Ergebnis des Berichts 2014: "Unser stetig wachsender Hunger nach Ressourcen frisst das Naturkapital der zukünftigen Generationen auf."

Belgiens ökologischer Fußabdruck ist laut Bericht besonders groß und der größte Übeltäter dabei ist der Energieverbrauch.

"Belgien hat einen enorm großen Energieverbrauch im Transport- und Gebäudesektor. Wir haben ein sehr altes Gebäude-Patrimonium. Die Regierung müsste viel mehr in Energiesparmaßnahmen investieren", erklärt Sabine Leemans von WWF.

So seien 2010 gerade einmal 6% der Subventionen in Belgien in Energiesparmaßnahmen geflossen.

Der Kohlenstoffausstoß nimmt übrigens den größten Teil (43 Prozent) des ökologischen Fußabdrucks ein.

Die Naturschutzorganisation WWF schlägt unter anderem als Lösung vor, besser zu produzieren und sinnvoller zu konsumieren sowie die Finanzhilfen neu auszurichten. So habe Belgien in Sachen Energiesparen noch viel Potenzial. Wenn ein Teil der Subventionen für fossile Treibstoffe zum Beispiel dazu genutzt würde, Energie zu sparen, könnten wir in weniger als 5 Jahren 200.000 Häuser isolieren, betont die Organisation WWF noch.

Link zum Living Planet Report 2014 auf Deutsch.