Tierschutzbund will nicht, dass König jagen geht

Die Tierschutzorganisation GAIA übt scharfe Kritik an Belgiens König Philippe, der offenbar plant, auf seinem Grundstück in den Ardennen 90 Hirschkühe zu schießen. Der König soll hierfür bereits die Zustimmung der wallonischen Regierung eingeholt haben. Am gestrigen Montag soll sich der König schon einmal bei einem Waffenhändler in Brüssel informiert haben. Das schreibt das Boulevardblatt Het Nieuwsblad.

Am Montag ist der König offenbar fotografiert worden, als er dem Brüsseler Waffenhändler Binet einen Besuch abstattete. Philippe bereite sich auf die Jagdsaison vor, heißt es. Für die zweite Oktoberhälfte sollen auf seinem Anwesen in Ciergnon verschiedene Jagdausflüge auf dem Terminkalender stehen. Auch der Mann und der Sohn von Prinzessin Astrid, das heißt Prinz Lorenz und Prinz Amedeo, nähmen daran teil.

GAIA kritisiert die Pläne des Königs, 90 Hirschkühe schießen zu wollen. "Jagen ist eine Form von Gewalt, bei der wehrlose Tiere das Opfer sind", reagiert Michel Vandenbosch von GAIA. "Es ist eine Schande, dass sich ein König an so etwas heranwagt."

Der König verteidigt sich vor der Tierschutzorganisation anscheinend damit, dass er den Wildbestand in den wallonischen Wäldern im Gleichgewicht halten wolle. Deshalb habe er auch eine Genehmigung von der wallonischen Umweltabteilung bekommen. Bei der Zahl des Muffelwildes und der Eberschweine gibt es jedoch keine Einschränkungen.

"Erhalt der Natur? Was für ein Trugschluss!", so Vandenbosch. "Wenn ein König die Verwaltung fragt, ob er auf seinem Anwesen jagen darf: Wer wird ihm das schon verweigern? Ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass es in Ciergnon eine große Überbevölkerung an Hirschkühen oder Rehen gibt.