Durchschnitts-Bahnfahrt dauert länger als 1990

Wenn Mitte Dezember 2014 der neue Fahrplan der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB in Kraft tritt, dann dauert eine durchschnittliche Zugfahrt 4,5 Min. länger als im Jahr 1990. Dies errechnete der Fahrgastverband ZugTramBus (TTB) anhand einer Analyse von 369 Bahnverbindungen im neuen Fahrplan.

Die flämische Tageszeitung Het Laatste Nieuws listete einige Beispiele aus der Analyse des Fahrgastverbandes TTB auf. Dabei fällt auf, dass das Phänomen der längeren Zugfahrten im Vergleich zum Fahrplan vor 24 Jahren sogar nicht Halt vor den wichtigsten Verbindungen macht.

So ist man im neuen Fahrplan ab Dezember dieses Jahres zwischen der belgischen Hauptstadt Brüssel und der größten Metropole Flanderns, Antwerpen, fast 7 Minuten länger unterwegs als damals. Eine Fahrt von Antwerpen zum Badeort Blankenberge an der Nordseeküste dauert sogar fast eine halbe Stunde länger als 1990.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB weist in diesem Zusammenhang auf die stets steigende Zahl von Fahrgästen und auf wichtige Infrastrukturarbeiten am Gleisnetz und bei der Modernisierung von Bahnhöfen hin. Zur Begründung der steigenden Zahl der Verspätungen gibt die Bahn mehrere Gründe an: 42,9 % der Verspätungen entstehen durch Personen im Gleis, 35,1 % durch Probleme mit veralteten Fahrzeugen und eben 21,1 % durch Baumaßnahmen.

Durch den neuen Fahrplan sei aber auch gewährleistet, dass die Reisenden am Dezember weniger Anschlüsse verpassen würden. Mit dieser Entschuldigung gibt sich TTB nicht zufrieden und wirft der Bahn vor, Verspätungen und längere Bahnfahrten zur Norm zu machen.

550 offene Stellen bei der Bahn

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB, genauer der Infrastrukturbetreiber der Bahn, Infrabel, will noch im laufenden Jahr 2014 rund 550 offene Stellen besetzen. Dabei geht es u.a. um so genannte „Engpassberufe“, darunter technisch spezifizierte Berufe, wie Ingenieure, Schweißer und Elektromechaniker. Dieses Jahr suchte die belgische Bahn nach etwa 1.400 neuen Mitarbeitern. Von diesen offenen Stellen konnten bisher 550 noch nicht besetzt werden. Infrabel beschäftigt derzeit rund 12.500 Mitarbeiter, darunter viele hoch ausgebildete Techniker.

Auch die Brüsseler MIVB/STIB sucht Personal

Auch die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB stellt weiter zusätzliches Personal ein. In diesem Jahr fanden bereits rund 700 Personen bei diesem Verkehrsbetrieb einen neuen Job. Rund 700 offene Stellen sollen noch 2014 besetzt werden. Die MIVB/STIB befördert Jahr für Jahr mehr Fahrgäste und braucht ständig neue Bus-, Tram- oder Metrofahrer und Techniker zum Unterhalt des Fahrzugparks und der Gleisinfrastruktur. Die MIVB/STIB ist der größte Arbeitgeber in der Region Brüssel-Hauptstadt.