Neu ab 1. Oktober: Jetzt wird abgerundet!

An diesem 1. Oktober treten in Belgien wieder einige neue Regelungen in Kraft. Das elektronische Zahlungssystem für kleine Summen, Proton, wird abgeschafft und in Sachen Rotgeld darf an der Kasse abgerundet werden. Einige Neuerungen betreffen die Sicherheit von Studenten und das Erkennen von Bauarbeitern.

Klein(st)geld

Händler und Geschäftsleute können ab dem Stichtag 1. Oktober an der Kasse abrunden, wenn um kleine Eurocent-Beträge geht. Das bedeutet, dass die freie Geschäftswelt den Gesamtbetrag auf dem Kassenzettel dem Betrag angleichen dürfen, der der O oder 5 Eurocent-Summe am nächsten kommt. Damit soll schrittweise der Gebrauch von 1 und 2 Eurocent-Münzen abgebaut werden, wohl bis hin zur völligen Abschaffung.

Vier Bedingungen haben die Geschäftsleute an der Kasse allerdings zu erfüllen: Die entsprechende Bezahlung muss in ihrer Gänze oder zumindest teilweise über Bargeld laufen; nur der Gesamtbetrag darf abgerundet werden; die jeweiligen Händler müssen konsequent abrunden und nicht nur z.B. Stammkunden bevorzugen und die zu zahlende Summe, also der Endbetrag, muss an der Kasse auf Piktogrammen für den Kunden klar und deutlich zu sehen sein.

Proton verschwindet

Das elektronische Zahlungssystem für kleine Beträge, Proton, wird Schritt für Schritt abgebaut. Die Möglichkeit, den Proton-Bereich auf der Bankkarte aufzuladen, wird ab 1. Oktober abgebaut und ab dem 1. Januar 2015 wird auch das Bezahlen mit Proton langsam unmöglich gemacht. Bis zum 28. Februar 2015 soll Proton gänzlich verschwunden sein. Wer dann noch Geld auf dem Proton-Bereich seiner Bankkarte geladen hat, der kann dies bei seiner Bank erstattet bekommen. Proton ist vor allem in Zeitungsläden und Lotto-Annahmestellen in Belgien beliebt, wo ohnehin zumeist für kleine Summen (Zeitschriften, Zigaretten, Snacks und Süßigkeiten oder Getränke) eingekauft wird.

Rauchmelder für Studentenbuden

Ab diesem 1. Oktober müssen alle Studentenwohnungen in Belgien verpflichtet mit einem Rauch- oder Feuermelder ausgestattet sein. Diese gesetzliche Regelung gilt für alle Bereiche. Das betrifft Privatleute, die ein Zimmer in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus an Studenten vermieten, aber auch Vermieter von Häusern, in denen mehrere Studentenwohnungen eingerichtet sind. Auch Studenten, die ein Haus oder eine große Wohnung als Wohngemeinschaft beziehen, müssen die Zimmer mit Rauchmeldern ausrüsten.

Hausangestellte

Jeder Bürger in Belgien, der Haushaltshilfen gleich welcher Art beschäftigt, auch wenn dies nur stundenweise vorkommt, wird von Seiten des Gesetzgebers als Arbeitgeber angesehen und ist somit ab dem 1. Oktober dazu verpflichtet, Beiträge zur Sozialversicherung seines Personals zu entrichten. Das trifft z.B. auf die Beschäftigung von Raumpflegern, Gärtnern, Bügel- oder allgemeine Haushaltshilfen zu. Diese Verpflichtung gilt ungeachtet des Umfangs der geleisteten Arbeiten.

Ausgenommen sind davon Gelegenheitsarbeiten im Haushalt, wenn diese nicht manueller Art sind und Haushalts- oder Gartenhilfen, die über das belgische System der Dienstleistungsschecks laufen. Hier läuft die Bezahlung der Arbeit über Dritte, sprich über staatlich anerkannte Gesellschaften, die diese Hilfen an die Kunden, die diese Dienstleistungen mit Dienstleistungschecks bezahlen, vermitteln.

ConstruBadges

Bauarbeiter in Belgien können ab dem 1. Oktober offiziell so genannte ConstruBagdes sichtbar an ihrer Arbeitskleidung anbringen. Diese Badges sollen dabei helfen, die Arbeiter als solche auf ihren Baustellen identifizieren zu können. Die ConstruBadges sind eine Initiative der Bau-Konföderation, dem Dachverband des belgischen Baugewerbes. Schon jetzt tragen viele Bauarbeiter auf ihren Arbeitsplätzen im Land solche Kennzeichnungen. Darunter sind auch viele Bauarbeiter aus dem Ausland, die in Belgien legal Arbeit gefunden haben.