Ypern: Bauarbeiten lassen mehr Gefallene entdecken

In der Region um Ypern in Westflandern sind alleine in diesem Jahr die sterblichen Überreste von 13 gefallene Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt worden. Seit 2006 wurden insgesamt 68 bisher vermisste Soldaten gefunden. Nur bei wenigen gelingt es, die Identität herauszufinden. Die steigende Zahl Baustellen lässt immer mehr Gefallene entdecken.

In der Region um Ypern - die westflämische Stadt war zwischen 1914 und 1918 fast permanent Schlachtfeld - wird in der letzten Zeit viel gebuddelt. Zum Beispiel bereitet der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys den Bau einer neuen Gasleitung vor. Bei diesen und anderen Arbeiten wurden in der jüngeren Vergangenheit immer wieder sterbliche Überreste von gefallenen Soldaten aus dem Großen Krieg gefunden, 13 alleine in diesem Jahr. Letztes Jahr entdeckte man in der Gegend um Ypern 16 Soldatenleichen aus der damaligen Zeit.

Auf dem Gelände der ehemaligen Schlachtfelder in Westflandern ist üblich, dass Archäologen vor dem Beginn von Bauarbeiten Voruntersuchungen durchführen. Stoßen diese dabei auf die sterblichen Überreste von Gefallenen übernehmen Anthropologen die weitere Forschungsarbeit. Nach deren Untersuchungen übergibt die Polizei die Leichname der Botschaft, aus der der gefallene Soldat stammt. Beerdigt werden die Gefallenen dann auf dem Soldatenfriedhof in der Region, der dem Fundort am nächsten liegt.

Bei einigen dieser so entdeckten Gefallenen konnte neben der Nationalität auch dessen Identität herausgefunden werden. Im Juni 2010 zum Beispiel wurde der australische Soldat Alan James Mather im Beisein von Nachkommen aus dessen Heimat und von Vertretern der australischen Botschaft in Belgien bei Ypern offiziell begraben. Die meisten der hier heutzutage entdeckten Gefallenen aus dem Großen Krieg stammen aus Commonwealth-Ländern oder aus Deutschland.

In diesen Tage sind die zuständigen Archäologen emsig damit beschäftigt ein Gelände für den Gasleitungsbau von Fluxys zu erforschen, auf dem im Stellungskrieg jahrelang viele Deutsche gekämpft haben. Danach wird ein Sektor unter die Lupe genommen, in dem viele Belgier und Franzosen Stellung bezogen hatten.