Israel zerstört belgisches Stromnetz in Palästina

Die auch in unserem Land aktive Dritte-Welt-Organisation Oxfam aus Großbritannien wirft Israel vor, das mit belgischen Geld finanzierte Stromnetz am Westlichen Jordanufer auf Palästinensergebiet zerstört zu haben. Dadurch ist ein vollständiges palästinensisches Dorf von der Elektrizitätsversorgung abgeschnitten.

Nach Angaben von Oxfam ist das betroffene Stromnetz im Jahr 2007 mit belgischer Hilfe gebaut worden. Die Anlage liefert einem palästinensischen Dorf am Westlichen Jordanufer den nötigen Strom. In dem recht isolierten Dorf leben vor allem Schafhirten mit ihren Familien - alles in allem rund 250 Personen.

Am vergangenen Montag, so Oxfam, sollen israelische Soldaten die Stromleitungen - 4,5 km Kabel und 70 Strommasten - zerstört haben. Ohne Strom können die Schafhirten ihre Milch, ihren Käse und ihren Joghurt, den sie aus der Schafsmilch gewinnen, nicht mehr kühlen.

Oxfam verlangte von den belgischen Behörden, Israel zurechtzuweisen und von dem Land Schadensersatz zu verlangen, damit diese Strom-Versorgungsanlage wieder aufgebaut werden kann. Dazu ist eine Summe von rund 55.000 € erforderlich. Oxfam nennt die israelische Begründung, für die Anlage habe keine Baugenehmigung vorgelegen, fadenscheinig.

Inzwischen hat Belgiens scheidender Außenminister Didier Reynders (MR) den israelischen Botschafter in Brüssel zu sich zitiert und den Vorfall zur Sprache gebracht.Reynders verlangt von Israel, diese und ähnliche Projekte zu respektieren und die Zerstörungen zu ersetzen.Reynders gab an, die Zerstörung der Anlage sei durch nichts zu rechtfertigen.

Belgiens Botschafter in Tel Aviv protestierte von seiner Seite aus bei der israelischen Regierung. Am 12. Oktober findet eine Gaza-Geberkonferenz statt, bei der Belgien entsprechende Garantien, die man von Israel einfordern müsse, zur Sprache bringen will. “Wir verurteilen diese Zerstörung. Wir brauchen eine Initiative dazu von Seiten der Europäischen Union“, sagte Reynders zu dem Vorfall.