Kein Schulausflug aus Terrorangst in Brüssel

Eine Primarschulklasse aus Hasselt (Prov. Limburg) hat einen dreitägigen Ausflug in die belgische Hauptstadt Brüssel aus Angst vor einem Terroranschlag abgesagt. Man wolle derzeit weder die Metro nehmen, noch das Europaparlament besuchen, hieß es dazu. Dieser Entschluss stößt in Brüssel auf völliges Unverständnis.

Filip Kuijpers, der Direktor der Schule, sagte gegenüber der Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass er die Sicherheit seiner Schüler nicht habe garantieren können:

„Die Sicherheit der Kinder und des Personals ist prioritär. Jeden Tag lesen wir etwas über Terrorbedrohung an Orten, wie der Metro oder dem EU-Parlament. Und jetzt hat Belgien F-16er in den Irak geschickt. Ich weiß, die Möglichkeit, dass etwas passiert, ist eher klein. Aber wir sind für die Kinder, die nicht die unseren sind, rund um die Uhr verantwortlich. Wenn wir deren Sicherheit in Brüssel nicht garantieren können, dann gehen wir nicht hin.“

Nach einer Meldung in den Medien, das Europäische Parlament in Brüssel könnte ein Anschlagsziel sein, hatte sich der Schuldirektor mit seinen Lehrern an einen Tisch gesetzt, um über den Vorgang zu beraten. Dabei sei man sich einige gewesen, dass ein Ausflug lehrreich und schön sein soll. Drei Tage lang unruhig in Brüssel herumlaufen habe keinen Sinn. Dann beschloss die Schule, zwei Tage lang ins nahegelegene Tongeren zu fahren, um in der ältesten Stadt Belgiens das „Gallisch-Römische Museum“ zu besuchen.

"Kein Grund, Brüssel nicht zu besuchen"

In den Augen von Peter Mertens vom Krisenzentrum des belgischen Innenministeriums und von Tom Sauer, Professor für Internationale Beziehungen und Terrorismusexperte an der Universität Antwerpen (UA) besteht kein Grund dafür, Brüssel in diesen Tagen nicht zu besuchen. Berichte über aus Belgien stammenden radikal-islamistischen Syrienkämpfern würden ein Bild der belgischen Hauptstadt zeichnen, das so nicht besteht.

Mertens sagte, dass derzeit keine zusätzlichen Bedrohungsszenarien vorliegen würden. Das Niveau der Bedrohung von Terroranschlägen liege seit Jahren auf 2 auf eine Skala von 4 Stufen. Das bedeutet, dass schon lange formell eine besondere Wachsamkeit in Belgien gilt.