Ratloser Asylsucher zündet sich bei Demo selbst an

Bei einer Demonstration von Einwanderern, die nach jahrelangem illegalen Aufenthalt in Belgien ein Bleiberecht fordern, hat sich ein Libanese am Freitag in Brüssel selbst verbrennen wollen. Inzwischen soll der Mann außer Lebensgefahr sein.
Thibault Kruyts

Rund 200 Personen waren am Freitag in Brüssel einem Aufruf der Organisation La Voix des Sans-Papiers gefolgt und hatten für ein Bleiberecht der in Belgien lebenden illegalen Einwanderer demonstriert. Viele der Demonstranten leben seit Jahren in unserem Land und warten seit ihrer Ankunft auf eine Bearbeitung ihrer Asyl- oder Aufenthaltsanträge.

Einer der Demonstranten, ein Libanese, übergoss sich am Rande der Demonstration mit Benzin und zündete sich an. Andere Teilnehmer der Veranstaltung konnten die Flammen schnell löschen, doch der Libanese wurde schwer verletzt und schwebte offenbar zeitweise in Lebensgefahr.

Die Geschichte des Mannes, der seit etwa sieben Jahren in Belgien lebt, niederländisch spricht und sogar schon hier gearbeitet hat, war vor einigen Wochen Thema einer Sendung der VRT-Sendereihe Panorama. Schon damals wirkte der Mann, der ganz einfach in Belgien in Frieden leben und arbeiten will, ratlos. Seit Jahren wartete der Libanese erfolglos auf Bearbeitung seines Antrags.