Mechelen gegen die Uhr am Sankt-Romboutsturm

Die Bewohner der Stadt Mechelen (Prov. Antwerpen) waren am Sonntag in einer Volksbefragung dazu aufgerufen, dem Anbau der im Ersten Weltkrieg zerstörten Turmuhr mit ihren Zifferblättern zuzustimmen oder dieses Vorhaben abzulehnen. Fast 6.000 Bürger der Stadt stimmten ab und 54 % der Beteiligten lehnten die Uhr auf ihrem Turm ab.

Bart Somers (Open VLD), der Bürgermeister von Mechelen, gab kurz nach 17 Uhr am Sonntag das Ergebnis der Volksbefragung zum Sankt-Romboutsturm bekannt. Eine knappe Mehrheit von 54 % der 5.974 Bürger der Stadt, die sich an der Abstimmung beteiligten, wollten ihren Turm weiterhin ohne die vier Zifferblätter sehen. Bis zuletzt versuchten Gegner und Befürworter der Idee die Menschen auf ihre Seite zu bekommen.

Während des Ersten Weltkriegs war der Turm der Sankt-Romboutskirche in Mechelen durch Artilleriebeschuss der Deutschen schwer beschädigt worden, doch die dabei ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Turmuhr blieb bis in die 1960er Jahre hängen. In den vergangenen Jahren versuchten einige Bürger der Stadt immer wieder, die Uhr dort oben wieder anzubringen. Darunter war auch Nick Vanhaute, der frühere Turmwächter an Sankt-Rombouts. Er hatte das Glockenspiel des Turms, der seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wieder repariert, dass an diesem Sonntag zum ersten Mal wieder gespielt werden konnte.

Doch das Thema Rückbau der Turmuhr erhitzte weiter die Gemüter. Vanhaute und ein Komitee von Interessenten forderten eine breite gesellschaftliche Debatte, die auch erfolgte und die zu dieser von Bgm. Somers veranstalteten Volksbefragung führte. Dabei ging es unter anderem um Geschichte, Denkmalschutz und Originalität. Der Turm stammt aus dem Mittelalter, denn er wurde zwischen 1452 und vermutlich 1520 erbaut. Die historische Uhr aber wurde erst rund 300 Jahre später dort angebracht...