Staatliche Gebäudeverwaltung vor Gericht

In Brüssel hat ein großer Korruptionsprozess gegen die Staatliche Gebäudeverwaltung begonnen. Das ist die Einrichtung, die alle Staatsgebäude verwaltet. 71 Personen müssen sich vor Gericht verantworten.

Bei den Angeklagten handelt es sich um Beamte und Bauunternehmer. Die Bauunternehmer sollen die Beamte bestochen haben, um die Zuschläge für Unterhaltsverträge von Gebäuden wie das Königsschloss in Brüssel, das Gefängnis von Sint-Gillis und Vorst oder dem Palast der Schönen Künste in Brüssel zu bekommen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge habe das Ganze bei der Staatlichen Gebäudeverwaltung in Brüssel System gehabt . Entweder man habe mitgemacht oder man habe nur noch im Archiv arbeiten dürfen, sagt ein Verdächtiger aus. Der Anwalt der Staatlichen Gebäudeverwaltung, Guy Swennen, betont, dass heute jedoch dagegen vorgegangen werde.

Da die Staatliche Gebäudeverwaltung Rechtspersönlichkeit besitzt, kann sie für sich selbst sprechen und tritt gegen ihre eigenen Beamten auf. Sie will von ihren Beamten kräftige Schadensersatzzahlungen.

Der Prozess hat zwar die Staatliche Gebäudeverwaltung in Brüssel im Visier, aber inzwischen sind auch in anderen Abteilungen Hausdurchsuchungen in Zusammenhang mit Korruption durchgeführt worden.

Die Staatsanwaltschaft, will vor allem, dass die Beamte, die viele Millionen Euro mit ihren Korruptionspraktiken verdient haben, das Geld zurückzahlen.

Auch Hans Evenepoel, der ehemalige Spitzenmanager der Staatlichen Gebäudeverwaltung, soll an dem Millionenbetrug beteiligt gewesen sein. Er ist aber am heutigen Montag nicht im Prozesssaal erschienen, weil er laut seines Anwalts, Walter van Steenbruggen, schwer krank sei und sich nicht mehr verteidigen könne. Der Prozess wird aber auch ohne ihn geführt.

Der Ankläger wird am morgigen Dienstag mit dem Plädoyer fortfahren. Der Prozess dauert noch bis Anfang Dezember. Mit einem Urteil ist erst im nächsten Jahr zu rechnen.