Konstruktionsfehler bei neuen Waffen der Polizei

Die belgische Bundespolizei zieht rund 6.000 Handfeuerwaffen des US-Herstellers Smith & Wesson aus dem Verkehr und schickt diese wieder zurück zum Hersteller. Bei Schießübungen der Polizisten tauchten immer wieder Probleme auf. Einige der Pistolen feuern gar nicht erst ihre Kugeln ab.

Offenbar schickt die belgische Bundespolizei dem amerikanischen Waffenhersteller Smith & Wesson eine Lieferung von 6.000 Pistolen zurück. Bei diesen Handfeuerwaffen tauchen bei Schießübungen regelmäßig Probleme auf, bis hin zur Unmöglichkeit, Schüsse abzufeuern. Offenbar liegt bei den vor rund vier Jahren bei Smith & Wesson bestellten Waffen des Typs M&P9 (Foto oben) ein Konstruktionsfehler vor.

Peter De Waele von der belgischen Bundespolizei sagte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die Beamten, die eine solche Waffe tragen, diese gegen eine andere Waffe austauschen müssen, „damit niemand unbewaffnet auf der Straße im Dienst ist.“ Laut De Waele werden alle Waffen kontrolliert und eventuell von Hersteller repariert, damit die Beamten ihre angestemmte Waffe wieder übernehmen können.

Die 4 Mio. € schwere Smith & Wesson-Lieferung, die vor vier Jahren bestellt wurde, ist nicht unumstritten. Die Justiz versucht herauszufinden, ob hier kein Fall von Korruption vorliegt. Gegen den für die Bestellung verantwortlichen Polizeikommissar läuft ein Verfahren wegen Bestechung. Der Verdacht besteht, dass der Beamte Schmiergeld angenommen haben könnte. Der belgische Waffenhersteller FN, traditionell Ausrüster der belgischen Polizei, ging bei der entsprechenden Ausschreibung leer aus.