Auch in Belgien geht die Angst vor Ebola um

Eine Schule in Borgerhout, ein Stadtteil von Antwerpen (Foto), verweigerte drei schulpflichtigen Kindern aus Liberia den Zutritt zum Gebäude und verlangte, dass diese erst nach einer dreiwöchigen Quarantäne in ihre Klassen gehen dürfen. Ein Kommandant der belgischen Armee ist der Ansicht, dass sich Belgien auf den Ernstfall in Sachen Ebola vorbereiten solle.

Belgien gehört zu den Ländern in Europa, in denen die Gefahr einer Ebola-Infizierung nicht ganz ausgeschlossen ist, denn unser Land unterhält traditionell wichtige Flugverbindungen von und nach Westafrika. Doch nach Einschätzung von Fachleuten und Virologen ist das Risiko, dass man hier an Ebola erkrankt, äußerst gering.

Deshalb mag auch die Haltung einer Schule im Antwerpener Stadtteil Borgerhout, drei schulpflichtige Geschwister, die kürzlich aus Liberia in unser Land kamen, erst nach einer dreiwöchigen Quarantäne in ihre Klassen zu lassen, als etwas übertrieben bewertet werden. Zwar gab die betroffene Schule am Mittwoch an, man habe niemanden zurückgewiesen und die liberianischen Kinder direkt ans Tropische Institut verwiesen, doch das Problem berührt die Menschen.

Nach einer Untersuchung der 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen im Tropischen Institut in Antwerpen erschien eine 21tägige Quarantäne (so lange dauert die Inkubationszeit bei Ebola) als nicht notwendig.

Der Vorfall zeigt, wie sensibel das Thema Ebola auch in Belgien ist, zumal aus Spanien ein erster Fall von Ebola-Erkrankung in Europa gerade erst bekannt geworden ist.

Nicht nur deshalb fordert der Kommandant der Medizinischen Einheiten der belgischen Armee, Generalmajor Geert Laire, die Einsetzung eines schnell einsetzbaren Krisenstabes und das Vorsehen einer Ebola-Isolations-Abteilung im Militärkrankenhaus von Neder-Over-Heembeek (Region Brüssel-Hauptstadt).

Transportmöglichkeiten für mit ansteckenden Krankheiten infizierten Patienten bietet die belgische Armee bereits, doch ein isoliertes Behandlungszentrum muss noch eingerichtet werden.

Hier erweist sich allerdings ein Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten zwischen den Bundesministerien für Verteidigung und Gesundheit als erschwerend, denn die betreffenden scheidenden Minister halten jeweils den anderen dafür verantwortlich…