Di Rupo: "Michel ist nicht der Premier aller Belgier"

Belgiens scheidender Premierminister Elio Di Rupo (PS - Foto) äußerte an seinem letzten Tag im Amt Bedenken zur Person seines Nachfolgers. Nach Ansicht Di Rupos ist Charles Michel (MR) nicht der Premierminister aller Belgier und könne es formal auch gar nicht sein. Das hat seinen Grund, wie Di Rupo den Medien entnommen haben will.

Premierminister Elio Di Rupo hat sich am Freitag von seinem Kabinett und von seinen Mitarbeitern verabschiedet. Er übernimmt jetzt wieder das Amt des Vorsitzenden der frankophonen Sozialisten PS und die Bürgermeisterschärpe in seiner Heimatstadt Mons in der Provinz Hennegau.

In beiden Ämtern hat er viel zu tun: Auf belgischer Bundesebene wird er gegenüber der Mitte-Rechts-Regierung aus N-VA, CD&V, MR und Open VLD eine deutliche Oppositionspolitik betreiben und seine Stadt Mons ist 2015 Europäische Kulturhauptstadt und bekommt, wie Lüttich auch, einen neuen (und schon jetzt umstrittenen) Mega-Bahnhof.

An seinem letzten Arbeitstag als Belgiens Premier griff er das Amt seines Nachfolgers, dem frankophonen Liberalen Charles Michel, scharf an. Bei der Verteilung der Ämter und Ministerposten werde Michel zur frankophonen Gruppe hinzugerechnet. Dies, so Di Rupo, stelle ein Handicap dar: „Nach den Medien gehört Herr Charles Michel zur französischsprachigen Seite. Das ist ein bisschen Schade, denn es ist wichtig jemanden zu haben, der über den Dingen steht. Aber, voila!“