Gesundheitsministerin will Krankenhauslandschaft verändern

Die neue Gesundheitsministerin und Ministerin für Soziale Angelegenheiten, Maggie De Block, will, dass sich Krankenhäuser mehr spezialisieren. Nur so sei das Gesundheitswesen langfristig bezahlbar.

Für einfache Eingriffe sollen sich die Patienten in regionale Krankranhäuser in ihrer Umgebung überweisen lassen. Für komplizierte Eingriffe werden die Krankenhäuser unter sich auswählen müssen, so De Block. Nur so sei der Ministerin zufolge ausreichend Spielraum, um zu sparen, ohne dass die Versorgung der Patienten leide. Die doppelte Einrichtung von medizinischen Geräten könne dadurch vermieden werden.

Da in Belgien im Gegensatz zu anderen Ländern die meisten Krankenhäuser nicht sehr weit voneinander entfernt liegen, werde der Patient das nicht wirklich als Hindernis empfinden.

Der Dachbverband der Krankenhäuser Zorgnet Vlaanderen reagierte positiv auf die Vorschläge von De Block. Peter Degadt von Zorgenet Vlaanderen hofft auf einen eindeutigen Mehrjahresplan für den Krankenhaussektor.

"Es ist klar, dass nicht jeder alles anbieten kann. Hierfür ist die Technologie viel zu teuer und hierfür ist Spezialisierung und Fachwissen nötig, um zu bündeln und um zusammenzulegen."

"Auf der anderen Seite muss auch eine Antwort auf die Entwicklung der Pflege im Bereich chronischer Krankheiten gegeben werden. Die Menschen werden älter, haben mehrere Leiden gleichzeitig und die Krankenhäuser müssen auch für einen großen Teil der Bevölkerung erreichbar sein."

"Eigentlich ist es diese doppelte Zielsetzung, die im Koalitionspapier steht und die wir mit Hilfe eines Mehrjahresplans realisieren müssen."

Für die neue Ministerin hat übrigens auch der Schutz vor dem Ebola-Virus Priorität. De Block lobte die Maßnahmen, die ihre Vorgängerin Laurette Onkelinx (PS) in diesem Zusammenhang genommen hat. Sie will die Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Flughäfen und Krankenhäusern fortsetzen, warnte aber vor Panikmache und versicherte, dass man den Zustand derzeit unter Kontrolle habe.