"Gebt auch den Kindern das Wahlrecht!"

Bruno Vanobbergen (Foto), der flämische Kommissar für Kinderrechte, plädiert in seinem Buch „Das Kind unserer Träume“ für das Wahlrecht für Kinder. Seiner Ansicht nach haben auch Kinder ein großes Interesse an Politik und er möchte dem Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen Raum in der Gesellschaft bieten.

Flanderns Kommissar für Kinderrechte, Bruno Vanobbergen, setzt sich dafür ein, Kindern, die das wollen, das Recht zu wählen einzuräumen. Am Montag stellte Vanobbergen in der VRT-Radiosendung „Hautekiet“ sein Bucb „Das Kind unserer Träume“ zu diesem Thema vor: „Das ist ein Teil einer breitgefächerten Bewegung. Man kann in Deutschland, in den Niederlanden, in den USA immer mehr Stimmen hören, die dies ebenfalls fordern oder die zum Nachdenken in dieser Hinsicht anregen. Warum sollen wir in Flandern nicht auch darüber nachdenken, was das bedeuten könnte?“

Für Vanobbergen wird immer deutlicher, dass wenn man über das Wahlrecht für Kinder nachdenkt, man auch darüber nachdenkt, wie man dies konkret umsetzen könnte. Unter anderem in Österreich und in Nicaragua haben Minderjährige in bestimmten ein Mitspracherecht, so der Kinderrechte-Kommissar: „Es gibt weltweit verschiedene Tendenzen, die in diese Richtung gehen und es wäre ein Nachdenken wert. Kinder haben ein deutliches Interesse an Politik und an dem, das sich rund um die Politik bewegt. Jedes Jahr kommen viele Grundschulklassen das flämische Landesparlament besuchen und sie sind fasziniert von dem, was dort geschieht.“

Man sei schon jetzt dazu geneigt, Jugendliche ab 16 Jahren wählen gehen lassen zu können, so Bruno Vanobbergen, denn diese würden oft schon wie Erwachsene denken. Die Debatte müsse nicht darüber geführt werden, ob man sie wählen lassen soll, sondern wie man die rund zwei Millionen Minderjährigen in ganz Belgien einen vollwertigen Platz in unserer Gesellschaft einräumen kann, so der flämische Kommissar für Kinderrechte entschieden.