Belgische Bahn muss sparen, aber wo noch?

Die belgische Bahn und der Infrastrukturverwalter Infrabel müssen in der kommenden Legislatur mehr als 2 Milliarden Euro einsparen. Wo genau gespart werden soll, ist noch nicht klar.

Jean-Pierre Goossens von der sozialistischen Bahngewerkschaft betonte gegenüber der VRT: "Ich würde gerne wissen, wo die Einsparungen erfolgen sollen. Ich wüsste derzeit nicht, wo."

"Sie werden doch nicht beim Personal einsparen. Wir haben einen großen Rückstand beim Abbau der Überstunden. Wir gehen schon jetzt mit dem arbeitenden Personal auf dem Zahnfleisch, so dass der Dienst darunter leidet und das verursacht wiederum Verspätungen, weil wir nicht genug Leute haben, wenn jemand zum Beispiel krank wird."

Laut dem Kabinett von Frau Galant, die für die belgische Bahn NMBS zuständig ist, werde nicht beim Personal gespart. Die Gewerkschaften wollen sich nun so schnell wie möglich mit der Ministerin zusammensetzen.

"Regierung trifft damit die Pendler"

Die Entscheidung der neuen belgischen Regierung, 2,1 Milliarden bei der NMBS einzusparen, sei ein total verkehrtes Signal für die Mobilität, kritisieren die Grünen. Die Regierung treffe damit die Bahnreisenden. Diese würden bereits aufgrund der vielen Verspätungen, Abschaffung von mehreren Strecken und frühen und späten Zügen schwer getroffen, so der Grünen-Parlamentsabgeordnete Stefaan Van Hecke.

Er rechnet deshalb mit teureren Zugfahrkarten, einem Abbau weiterer Strecken und einer Streichung verschiedener Bahnhöfe als Haltestellen. "Die Menschen, die täglich von und zur Arbeit pendeln, werden die ersten Opfer sein."

Die Grünen wollen genau das Gegenteil, von dem, was die Regierung plant, nämlich zusätzliche Investitionen in die Bahn, um die Verkehrsprobleme endlich besser lösen zu können. Sie können absolut nicht verstehen, dass die Regierung die Steuerermäßigungen für Firmenautos - "die jährlich mehr als 4 Milliarden Euro kosten" - völlig links liegen lasse.