Regierungsmitglieder auf Foto mit Gründer rechtsextremer Organisation

Zwei bekannte Politiker der flämischen Nationalisten N-VA sind gemeinsam mit dem Gründer der rechtsexremen flämisch-militanten Organisation VMO auf einem Foto gesichtet worden. Die VMO ist der Vorläufer des später verbotenen flämischen militanten Ordens. Bei den Politikern handelt es sich um den flämischen Verkehrsminister, Ben Weyts und den belgischen Staatssekretär für Asyl und Einwanderung sowie für Verwaltungsreformen, Theo Francken.

Am vergangenen Wochenende ist der 90. Geburtstag von Bob Maes in kleinem Kreise gefeiert worden. Bob Maes ist der Gründer der flämisch-militanten Organisation (VMO). Unter den anwesenden Gästen waren auch der flämische Verkehrsminister Ben Weyts (N-VA) und der belgische Staatssekretär Theo Francken (N-VA), meldet der Blog der Anti-Faschistischen Front.

Dass ein Teil der flämisch-nationalistischen Bewegung Beziehungen zum Rechtsextremismus hat und sogar in die Kollaboration während des Zweiten Weltkriegs verwickelt war, ist kein Geheimnis.

Bob Maes ist von 1971 bis 1985 Senator für die Volksunie gewesen. In den 70er Jahren war er ein heftiger Gegner des Egmontpakts, aber er ging nicht zum rechtsextremen Vlaams Blok. Nach der Auflösung der Volksunie entschied er sich für die N-VA. Seine Tochter, Lieve Maes ist derzeit Mitglied des flämischen Parlaments für diese Partei.

Im Leben von Bob Maes gibt es aber einige dunkle Seiten. In den Kriegsjahren war er Mitglied des Flämisch-Nationalen Verbundes (VNV), der Partei von Staf De Clercq und Hendrik Elias, die sich an der Kollaboration mit den deutschen Besatzern beteiligte. 1944 zeigte er sich bei der Polizei selbst an. Er wurde nicht verurteilt, aber verlor für 20 Jahre seine Bürgerrechte.

1950 gründete Bob Maes die Flämische Militante Organisation (VMO), ein uniformierter Orden, der offizielle Beziehungen zur Volksunion hatte. Die VMO kam 1970 in Verruf als einige Mitglieder in Kämpfe zwischen der radikal-frankophonen FDF und der Volksunie verwickelt wurden. Dabei ist ein Politiker der FDF gestorben. Maes löste die VMO 1971 auf.

Einige ehemalige VMO-Mitlgieder waren damit nicht einverstanden und gründeten die Organisation neu. Sie hieß ab diesem Zeitpunkt 'Vlaamse Militanten Orde', eine radikale, unter Bert Eriksson sogar echte, Miliz, die 1981 verboten wurde.

Nichtigkeit oder Ausrutscher?

Jetzt lebt also eine neue Debatte darüber auf, wie die flämischen Nationalisten N-VA mit der Kollaboration umgehen. “Es ist sehr beunruhiged, dass zwei Regierungsmitglieder an einem Fest einer Person teilnehmen, die während des 2. Weltkriegs kollaborierte und zu keinem Zeitpunkt Reue diesbezüglich zeigte und die nach dem Krieg auch noch einen rechtsextremen paramilitären Schlägertrupp VMO gründete”, sagt der Vorsitzende der linksradikalen Arbeiterpartei PVDA, Peter Mertens.

Minister Weyts hält es für kein Problem, dass er auf dem Geburtstag von Maes war. "Ja, ich war dort, im Rathaus von Zaventem auf der Ehrung eines 90-jährigen freundlichen Mannes, einem ehemaligen VU-Senator und Vater einer flämischen Parlamentarierin. Ich war dort sogar gerne. Bob ist ein sehr lobenswerter flämischer Nationalist, durch und durch Idealist und Demokrat. Na und? Sind die Linksextremen jetzt so hoffnungslos geworden, dass sie aus solchen Nichtigkeiten einen politischen Streit machen wollen?"