Ebola-Koordinatorin für Belgien

Gesundheitsministerin Maggie De Block hat am heutigen Freitag Dr. Erika Vlieghe (großes Foto) als nationale Ebola-Koordinatorin für Belgien eingesetzt. Vlieghe ist Chefin der Abteilung für tropische Krankheiten der Universitätsklinik in Antwerpen.

Sie wird ein Ebola-Koordinationsteam führen. Dr. Daniel Reynders vom Gesunheitsministerium wird ihr als rechte Hand zur Seite stehen.

"Das Risiko einer Epidemie in unserem Land ist sehr klein, aber wir müssen vorbereitet sein", betont Maggie De Block. "Wenn Menschen mit Ebola nach Belgien kommen, müssen wir in der Lage sein, sie in spezialisierten Einrichtungen unterbringen zu können, ohne dass die Pflege der anderen Patienten darunter leidet."

Als Koordinatorin hatte De Block jemanden mit Klinikerfahrung gesucht, aber auch mit Erfahrung auf dem Gebiet von Viruserkrankungen in Afrika. Erika Vlieghe hat Erfahrung in beiden Bereichen: "Ich werde zunächst intensive Gespräche mit allen betroffenen Parteien führen: Behörden, Krankenhäusern, Flughäfen und Häfen", so Vlieghe. "Danach werden wir die existierenden Verfahren weiter ausarbeiten, so dass sie allen Risikogruppen als Anleitung dienen können. Schließlich müssen wir auch mit allen Zielgruppen gut kommunizieren."

Die Ebola-Koordinatorin beginnt mit ihrer Arbeit noch an diesem Freitagaben mit einer Informationsveranstaltung für das Personal und für die Gewerkschaften am Brüsseler Flughafen. Mit dem Flughafen wurden bereits zuvor Vereinbarungen getroffen über das anzuwendende Verfahren, falls jemandem schlecht wird.

Die Europäische Kommission habe zudem angekündigt, dass die Screenings in den betroffenen afrikanischen Ländern (Guinea, Liberia und Sierra Leone) mit Stichproben kontrolliert würden, so De Block noch.

Die Kommission hatte zum Auftakt eines hochrangigen Treffens zur Ebola-Epidemie am Donnerstag in Brüssel übrigens auch betont, dass die europäischen Länder bei der Bekämpfung des Virus und bei möglichen Vorsichtsmaßnahmen kooperieren sollten. Die Entscheidung, ankommende Passagiere auf europäischen Flughäfen auf Ebola-Symptome zu untersuchen, könne zwar ausschließlich auf nationaler Ebene getroffen werden, doch sei auch klar, so eine Pressemitteilung des EU-Gesundheitskommissars Tonio Borg, dass eine solche Maßnahme isoliert nicht effektiv wäre.