Wo sind die Millionen von Leopold II ?

Prinzessin Stéphanie de Windisch-Graetz, eine direkte Nachkommin von König Leopold II (1835-1909), hat der niederländischen Zeitung De Telegraaf ein Exklusivinterview gegeben. Darin fragt sie sich, warum sie keine Einsicht in das Testament von König Leopold II bekomme.

Das Interview wurde auf der Terrasse des Restaurants Le Jardin de Nicolas an der Tervurenlaan geführt. Die 75-jährige Prinzessin stammt nicht nur von Leopold ab, sondern auch von dem mongolischen Fürsten Dschingis Khan und es besteht auch noch eine Familienbande mit dem schottischen Königshaus.

In einem Artikel in der De Telegraaf erinnert die Zeitung daran, dass König Leopold sein Vermögen vor rund hundert Jahren im Kongo angesammelt hatte. Damals war er dessen persönlicher Eigentümer und der Kongo 70 Mal größer als Belgien. Zu dieser Zeit wurde aus dem Kongo vor allem Elfenbein und Kautschuk exportiert, der Handel blühte. Das Geld strömte in die vielen Schlösser von Leopold.

Wo jedoch dieser ganze Reichtum geblieben ist, wisse eigentlich niemand, so das Blatt. Laut De Telegraaf gebe es Gerüchte, dass Leopold für hunderte Millionen Euro Goldbarren in den Ardennen eingraben ließ.

Leopold II ist der Urururgroßvater von Stéphanie, die erzählt, dass sie schon viele Versuche unternommen habe, um herauszufinden, was genau im Testament von Leopold II gestanden habe. "Es wird mir als gesetzliche Erbin verweigert. Ohne irgendeinen Grund. Da frage ich mich doch: Was wollen sie um himmels willen verheimlichen?“

Den Widerstand, auf den Stéphanie bei ihrer Suche nach ihrem Familienvermögen stößt, nähre laut der niederländischen Zeitung das Mysterium, das schon seit Jahrzehnten über dem Vermögen von Leopold II. schwebe, noch weiter.

König Leopolds Thronfolger war sein Neffe König Albert, weil seine drei Töchter als Frauen nicht den belgischen Thron besteigen durften. Allerdings hätte die Prinzessin auch gar nicht den Thron besteigen wollen, weil der König heute doch nicht mehr viel zu sagen habe, bemerkt die 75-jährige Prinzessin noch abschätzig in der Zeitung.