Blutdoping mit Ozon: 19 Topsportler gedopt?

Die Staatsanwaltschaft Löwen will einen Sportarzt aus Rotselaar (Prov. Flämisch-Brabant) wegen Doping vor Gericht bringen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, Spitzensportler einer Ozon-Therapie unterzogen zu haben. 19 Topsportler sollen bei dem Sportarzt in Behandlung sein.

Bei einer Ozon-Therapie wird einem Patienten Blut abgenommen und dieses Blut wird mit Ozon angereichert. Dieses so angereicherte Blut wird dem Patienten danach wieder in den Blutkreislauf gegeben. Ob diese Art der „Therapie“ einen leistungssteigernden Effekt hat, ist nicht bewiesen, doch das Verfahren gilt als Doping.

Die Geschichte wurde nach einem entsprechenden Bericht der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad bekannt. Die Zeitung meldet, dass 19 Sportler, in erster Linie offenbar Radprofis und Radcross-Fahrer, bei den Sportmediziner in Behandlung sein sollen. Allerdings nennen weder Het Nieuwsblad, noch die Staatsanwaltschaft Löwen Namen.

Sarah Callewaert, die Sprecherin der Löwener Staatsanwaltschaft, sagte am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass Ermittlungen vorerst lediglich gegen Sportarzt aus Rotselaar laufen würden: „In diesem juristischen Verfahren ist der betreffende Arzt Ziel der Ermittlungen und die Staatsanwaltschaft fordert Anklage im Zusammenhang mit drei Vorgängen, die nach dem Anti-Doping-Dekret strafbar sind: Das Verabreichen einer Ozon-Therapie, das Verabreichen von bestimmten Infusionen und Injektionen und das Hilfestellung für Sportler bei der Übertretung von bestimmten Anti-Doping-Regelungen.“

Seit zweieinhalb Jahren wird ermittelt

Laut Het Nieuwsblad kam der Ball in diesem Fall bereits vor zweieinhalb Jahren ins Rollen, als die Justiz die Praxis des Sportarztes aus Rotselaar unter die Lupe nahm. Ein Radcross-Fahrer war danach eine Zeit lang von allen Wettbewerben ausgeschlossen worden, weil er bei dem Arzt in Behandlung war.

Gegen die 19 Sportler, von denen hier ohne Namen zu nennen, die Rede ist, laufen keine Verfahren, doch die Sportverbände können nach Kenntnisname der Akte der Justiz eigene Verfahren eröffnen, um unter Umständen disziplinarische Strafen oder Sperren für einzelne Betroffene zu verhängen.

Effekt unbewiesen - Verfahren birgt Gefahren

Hans Cooman, Sportarzt und zuständig für die Doping-Kontrollen bei der flämischen Landesregierung, zog am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion in Zweifel, ob eine Ozon-Behandlung des Blutes zu verbesserten sportlichen Leistungen führt. Effekte davon seien nicht bewiesen, aber trotzdem falle dieses Verfahren unter den Dopingregelungen. Cooman warnt aber gleichzeitig vor den gesundheitlichen Gefahren von Ozon-Doping: „Diese Art der Manipulation birgt Gefahren. Ein Fußballer ist an einer Ozon-Therapie gestorben.“

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