"Nur jeder 10. Belgier wird bis 67 arbeiten"

Belgiens neuer Rentenminister Daniel Bacquelaine (MR - Foto) ist der Ansicht, dass eine Rentenreform dringend notwendig ist. Alles andere sei unverantwortlich und unterminiere die soziale Sicherheit. Auf die Haltung der Gewerkschaften gegenüber den Plänen der Regierung Michel I. reagiert der frankophone Liberale mit Unverständnis.

„Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie eher die Belange einer bestimmten Partei verteidigen, als die Interessen ihrer Mitglieder“, so Rentenminister Bacquelaine gegenüber der flämischen Regionalzeitung Gazet van Antwerpen.

Die Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Gewerkschaften würden ihn und seine Regierung nicht davon abhalten, ihre Arbeit zu tun: „Das wird die Minister nicht davon abhalten, ihre Aufschwungspolitik für die Wirtschaft durchzuführen. Dies und die Rentenreform werden den Erfolg der Regierung Michel bestimmen.“

Nach Ansicht des Rentenministers werde überdies nur etwa jeder 10. Belgier tatsächlich bis zum Alter von 67 Jahre durcharbeiten müssen: „Derzeit arbeiten etwa 10 % der Belgier bis zum Alter von 65 Jahren. Nach der Reform werden auch nur rund 10 % bis 67 Jahre arbeiten. Alle anderen werden vorher in Rente gehen, auch weil die Frührente, allerdings ab 2018 erst ab 62 Jahre, möglich bleibt.“

Arbeitnehmer, die in schweren Berufen tätig seien, so Bacquelaine, oder Kollegen, die eine lange berufliche Laufbahn hinter sich haben, dürfen weiter früher ihre Pension antreten: „Manche Arbeitnehmer können auch verfrüht in Rente gehen, weil sie aus verschiedenen Gründen nicht mehr arbeiten können oder aber, weil sie ihren Arbeitsplatz verloren haben.“