Ursache für Zugunglück in Linkebeek teilweise klar

Der Zusammenstoß zweier Züge in Linkebeek bei Brüssel am Montagmittag ist auf rutschige Gleise durch Herbstlaub zurückzuführen. Ein Bauzug war auf einen haltenden Reisezug aufgefahren. Warum allerdings der Bauzug so nah hinter dem Reisezug sein konnte, sollen weitere Ermittlungen klären.

Bei dem Auffahren eines Bauzuges auf einen Reisezug in Linkebeek (Prov. Flämisch-Brabant) bei Lüttich am Montag in den Mittagsstunden wurden 16 der 41 Insassen des Zuges leicht verletzt. Der Sachschaden hielt sich ebenfalls in Grenzen - keine Entgleisung und keine technischen Schäden an der Schieneninfrastruktur - und am frühen Dienstagmorgen wurden beide Richtungsgleise der Bahnstrecke 124 Brüssel-Nivelles-Charleroi wieder für den Verkehr freigegeben. Bis dahin wurden die Fahrgäste mit Bussen befördert.

Das Brems- und Sicherheitssystem TBL1+ hat in diesem Fall zumindest teilweise Schlimmeres verhindern können. Das System hatte bei dem Bauzug angesichts eines nahe vorausfahrenden und plötzlich anhaltenden Zuges eine Zwangsbremsung eingeleitet. Diese wurde allerdings durch massenhaft Herbstlaub, das an dieser Stelle oft vorkommt, erschwert und die Lokomotive des Bauzugs fuhr in langsamer Fahrt doch noch auf den Reisezug auf - die Folgen sind bekannt. Eine Frage bleibt allerdings noch ungeklärt: Warum fuhr der Bauzug überhaupt so nah hinter dem Reisezug her?

Weitere Ermittlungen laufen

Eigentlich hätte das Sicherheitssystem TBL1+ nicht zulassen dürfen, dass die beiden Züge so rasch aufeinanderfolgten. Wurde ein Rotes Haltesignal überfahren? Liegt hier menschliches oder technisches Versagen vor? Der Infrastruktur- und Gleisnetzbetreiber der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, Infrabel, gab an, dass weitere Ermittlungen, an denen auch die Brüsseler Staatsanwaltschaft beteiligt ist, weiteren Aufschluss geben sollen. Der Grund für den Zusammenstoß liegt auf der Hand: Herbstlaub. Doch die eigentliche Unfallursache muss erst noch deutlich werden.