2 von 3 Arbeitnehmern verlieren an Kaufkraft

Belgiens neuer Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA - Foto) gibt zu, dass die Sparmaßnahmen seiner neuen Regierung einigen Bürgern im Land einen Verlust von Kaufkraft bringen. Dies komme durch den Indexsprung und durch die Erhöhung der Verbrauchersteuer auf bestimmte Produkte. Van Overtveldt sagte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass man diesen Kaufkraftverlust nie bestritten habe.

Finanzminister Van Overtveldt reagierte auf die Berechnungen der frankophonen Sozialisten PS von Ex-Premier Elio Di Rupo, nach denen ein Durchschnittsbürger im Land mit einem Bruttogehalt von 3.100 € monatlich, durch die Sparmaßnahmen der Regierung Michel I. Kaufkraft in Höhe von 336 € einbüßen müsse.

Van Overtveldt sagte zu den Berechnungen der PS, dass diese Zahlen „grobe Fehler aufweisen.“ Er würde rasch eigene Berechnungen vorlegen, die die PS-Zahlen wiederlegen würden. Aber, schon jetzt deutete der flämische Nationaldemokrat an, dass ein Arbeitnehmer mit dem gleichen Einkommen, dass der PS als Grundlage diente, tatsächlich an Kaufkraft verlieren werde und zwar um eine Summe von 123 € monatlich.

Streitpunkt in diesem Bereich ist die Art der Verbrauchersteuer: Die Regierung Michel I. erhebt Verbrauchersteuern auf Tabaksprodukte, Dieselkraftstoff, Renovierungen von Häusern oder Wohnungen sowie plastische Chirurgie. Finanzminister Van Overtveldt nennt auch die Fehlerquelle: „Wenn man voraussetzt, dass jeder raucht, viel Diesel tankt und sich Operationen plastischer Chirurgie unterzieht, dann stimmen die Zahlen der PS…“

Doch dies, so Johan Van Overtveldt am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, sei keine Berechnungsgrundlage, denn dies sei nicht der Durchschnitt der Gesellschaft.

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