Kein Extrageld mehr für Schulen mit sozial schwachen Schülern?

Die zusätzlichen Subventionen, in deren Genuss derzeit Schulen mit Kindern von sozial schwachen Familien, kommen, werden gestrichen. Das steht im Regierungspapier der neuen Bildungsministerin Hilde Crevits. Die Ministerin relativiert jedoch den Inhalt des Papiers.

Bislang haben Schulen in Flandern zusätzliche Mittel für jedes Kind erhalten, dessen Mutter kaum oder gar keine Ausbildung hat, das zu Hause kein Niederländisch spricht und das in einem Haushalt mit niedrigem Einkommen aufwächst. Dieser Zuschuss soll schon bald gestrichen werden: Die Schulen werden künftig für jedes Kind gleich viele Mittel erhalten.

Der Unterrichtsverband sagt, dass dieses zusätzliche Geld gerade nötig sei, um jedem Kind gleiche Bildungschancen anzubieten. Lieven Boeve vom katholischen Unterrichtswesen betonte hierzu im VRT-Radio: "Es ist keine gute Idee, wenn wir das heute oder morgen machen, denn mehrere Schulen rechnen gerade mit den Mitteln, um den unerpriviligierten Gruppen auch Chancen einzuräumen."

"Es herrscht zum Beispiel das Problem von noch nicht bezahlten Schulrechnungen. Die Schulen benutzen dieses zusätzliche Geld, um mehrere dieser Rechnungen niedrig zu halten. Andererseits ist es so, dass wir bereit sind, an einer Reform des Systems mitzuarbeiten und zu gucken, ob alle Kriterien, zum Beispiel in Bezug auf die Regionen, bei der Festlegung der Beträge mit einfließen."

Inzwischen hat Ministerin Crevits betont, dass es nicht Ziel sei, die Mittel ansich abzuschaffen. Es ginge aber nicht, dass Schulen mit diesem Geld die Heizkosten bezahlten und mehr Geld bekämen, nur weil sie Kinder aus sozial schwachen Familien hätten, betonte sie im VRT Radio am Freitagvormittag. Wenn diese Mittel zum Beispiel für besonderes Lesematerial ausgegeben würden, dann sei es nicht ausgeschlossen, dass das auch in Zukunft möglich sein werde.

"Wir untersuchen derzeit die Situation und dann wollen wir zu einem System kommen, das die Kinder möglichst gleich behandelt, aber objektive Unterschiede bleiben in der Tat möglich."