Omega Pharma-Deal: 1,45 Mia. € Gewinn, 0 % Steuer

Der millionenschwere flämische Unternehmer und Sportmäzen Marc Coucke (Foto) bezahlt keinen einzigen Euro Steuer auf den milliardenschweren Verkauf seines Unternehmens Omega Pharma an den internationalen Pharmagiganten Perrigo. Damit gießt dieser Megadeal angesichts von Massenprotesten gegen die Mitte-Rechts-Regierung in Brüssel und von in den „Lux-Leaks“ genannten belgischen Firmen weiter Öl auf diverse lichterloh brennende Feuer.

Die Besteuerung des Verkaufs des flämischen Pharmakonzerns Omega Pharma an den US-israelischen Pharmariesen Perrigo illustriert bestens, warum sich auch Belgien Vorwürfe gefallen lassen muss: Belgien sei die „Hölle für das arbeitende Volk“ und gleichzeitig der „Himmel für die Kapitalisten“ wie die Zeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad in ihren Freitagsausgaben meldeten.

Während nämlich das Einkommen aus der erbrachten Arbeit in hohem Maße belastet wird, führt Omega Pharma-CEO Marc Coucke aus dem Verkauf seines Pharmagiganten keinen Cent an den belgischen Fiskus ab. Der Deal bringt dem Industriellen 1,45 Mia. € Gewinn ein, wovon der belgische Staat nichts hat. Und auch dies ist, wie die internationalen Geschäftsgebaren über Luxemburgische Briefkastenfirmen, vollkommen legal.

Am vergangenen Donnerstag, dem Tag der Großdemonstration gegen die neue rechts-liberale belgische Bundesregierung, wurde bekannt, dass der amerikanisch-israelische Pharmakonzern Perrigo den flämischen Arzneimittelhersteller Omega Pharma für 3,6 Mia. € übernommen hat. Die Übernahme der Omega-Schulden in Höhe von 1,1 Mia. € durch Perrigo sei im Kaufpreis inbegriffen, berichtete mehrere Medien dazu.

In Belgien werden jedoch Erträge aus Kapital nicht besteuert. Es sei denn, die Steuerbehörden sind der Auffassung, dass die Transaktion außerhalb von normalen privaten oder kommerziellen Geschäftsgebaren liegt. Dann würde sich der Steuersatz auf 33 % der Verkaufssumme bzw. des entsprechenden Kapitalertrags belaufen.

Marc Coucke selbst gab an, er hätte lieber jahrelang weniger Lohnnebenkosten für sein Personalbezahlt und dafür mehr Steuern entrichtet und schreckte auch nicht davor zurück, die belgische Steuerpolitik als verfehlt dahinzustellen. Er wolle die Gewinne aus diesem Verkauf in weitere wirtschaftliche Aktivitäten in Belgien investieren, so Coucke dazu.