Randalierer: ABVV hilft nicht bei der Identifikation

Die sozialistische Gewerkschaft ABVV hat nicht vor, Justiz und Polizei bei der Identifikation der Randalierer bei der Großdemo am vergangenen Donnerstag zu helfen. Einige Tageszeitungen in Belgien meldeten am Samstag, dass die Justiz deshalb Zeugen vorladen will. Die christliche ACV will den Behörden wohl helfen, die Krawallmacher auszumachen.

Am Rande der von der gemeinsamen Gewerkschaftsfront am vergangenen Donnerstag in Brüssel veranstalteten Demonstration gegen die Sparpolitik der neuen belgischen Mitte-Rechts-Regierung war es zu heftigen Krawallen mit Verletzten, hohem Sachschaden und Verhaftungen gekommen. Jetzt bitten Polizei und Justiz Zeugen um Mithilfe bei der Identifikation von Randalierern. Doch von Seiten der sozialistischen Gewerkschaft ABVV gibt es keine Anzeichen dafür, dass man hierbei helfen wolle.

Viele der Krawallmacher kamen aus Kreisen der Dockarbeiter des Antwerpener Hafens, was dadurch bewiesen ist, dass diese in ihrer Arbeitskleidung auftraten. Doch der Leiter der Abteilung BTB-ABVV des Hafensenktors, Marc Loridan, z.B. gab an, Gesichter vielleicht noch erkennen zu können, doch er habe ein schlechtes Namensgedächtnis. Er bedauere, was in Brüssel passiert sei, doch er gehe nicht davon aus, dass jemand Namen nennen würde oder Kollegen verpfeife.

Die Gewerkschaftsführung wich entsprechenden Fragen aus und verwies auf ein Erwarten von konkreten Fragen, auf die man dann reagieren werde. Bei der christlichen Gewerkschaft ACV hingegen will man schon dabei helfen, Krawallmacher aus den eigenen Reihen zu identifizieren. Marc Soens, Gewerkschaftssekretär für den Hafensektor bei der ACV will helfen: „Aber sicher. Das war kein kleiner Vorfall, wie wir sie früher schon mal mitgemacht haben. Das können wir wirklich nicht tolerieren. Man will sich bei der ACV z.B. Fotos vorlegen lassen: „Wir kennen unsere Hafenarbeiter sehr gut. Wir können deren Gesichter sofort erkennen.“