Brüssels Bgm. weist Vorwürfe der Polizei zurück

Yvan Mayeur (PS - Foto), der Bürgermeister von Brüssel, weist die Vorwürfe, die einige Polizisten gegenüber belgischen Medien geäußert hatten, nach denen sie am Rande der Großdemo am Donnerstag in die Enge getriebenen Kollegen auf dessen Anordnung hin nicht helfen durften, entschieden zurück.

Einige Polizisten hatten nach der Großdemo gegen die Sparpläne der belgischen Mitte-Rechts-Regierung am Donnerstag in Brüssel gegenüber den beiden Tageszeitungen La Dernière Heure und Het Laatste Nieuws den Bürgermeister der belgischen Hauptstadt schwer kritisiert.

Sie warfen Bgm. Yvan Mayeur vor, er habe sich hartnäckig geweigert, den Befehl zu geben, dass einsatzbereite Beamten Kollegen, die im Zuge des Gewaltausbruchs von u.a. Antwerpener Hafenarbeitern an der Hallepoort in der Nähe des Bahnhofs Süd/Midi während rund 40 Minuten in arge Bedrängnis geraten waren, zu Hilfe eilen konnten. Mayeur habe es vorgezogen, zu versuchen, mit den aufgebrachten Dockern zu verhandeln, was allerdings nicht geschah.

Jetzt weist der frankophone Sozialist diese Vorwürfe zurück. Gegenüber dem privaten frankophonen TV-Sender RTL-TVi sagte er, dass er nichts hätte verbieten können, weil man ihn um nichts gebeten habe: „Es spricht für sich, dass Beamten in einem solchen Fall eingreifen können.“ Nicht er habe die Verantwortung in einem solchen Fall, sondern der Zonenchef der Polizei.

Mayeur warf den Kritikern vor, sie müssten eigentlich wissen, die die Arbeit in einem solchen Fall funktioniere und geht davon aus, dass man ihn lediglich angreifen wolle. Das sei beleidigend und unter aller Würde.

Klage eingereicht

Aber, der Brüsseler Bürgermeister sagte auch, dass er gegen die Randalierer von Donnerstag Klage einreichen werde. Acht der am Donnerstag festgenommenen Krawallmacher sind übrigens in Untersuchungshaft genommen worden. Die Schadensbilanz des Gewaltausbruchs von einigen wenigen am Rande der Demo von rund 120.000 friedlichen Demonstranten: 112 verletzte Polizisten, 62 beschädigte und 11 angezündete Autos, von denen vier vollständig in Flammen aufgegangen sind.