Die Strompreise können sich verdoppeln

Stromversorger Electrabel schließt nicht aus, dass sich Tarife für Elektrizität in Belgien stark ansteigen können. Philippe Van Troeye, der CEO von Electrabel gab gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd an, dass man im Zuge der Energiesicherung viel Geld investieren müsse.

Die Versorgung unseres Landes mit Elektrizität auf lange Sicht hin zu garantieren kostet Geld. Stromproduzent Electrabel muss nach eigenen Angaben hier viel Geld investieren und auch der Status als lokaler Produzent verlange Investitionen.

Mit diesen Investitionen meinen die Verantwortlichen bei Electrabel mit Sicherheit die bisher nicht wirklich konsequent vorbereitete Energiewende, weg von fossilen Brennstoffen, wie Kohle und weg von der Atomkraft hin zu alternativen und erneuerbaren Energiequellen. Bisher haben sich weder die Politik in Belgien, noch die Energieproduzenten am Markt darauf vorbereitet.

Kurz- bis mittelfristig kann es sogar zu Versorgungsproblemen kommen. Seit Philippe Van Troeye (kl. Foto) seinen Posten als CEO bei der GDF Suez-Tochter Electrabel vor 10 Monaten angetreten hat häufen sich die Probleme in den veralteten Kernkraftwerken Doel bei Antwerpen und Tihange bei Huy.

Zwei Meiler weisen Haarrisse in den Reaktorummantelungen auf und wurden heruntergefahren, ein weiterer Meiler wurde sabotiert und es müssen Wartungsarbeiten an einem weiteren Reaktor durchgeführt werden. Und nicht zuletzt „droht“ der Atomausstieg 2025, was für Kraftwerks-Betreiber Electrabel, bzw. für den französischen Mutterkonzern GDF Suez bedeutet, dass die Reingewinne aus den längst abgeschriebenen Kraftwerken wegfallen…

Doch daran liegt es nicht alleine, so der Electrabel-CEO gegenüber De Tijd: „Der Ausfall von drei Kernreaktoren wiegt schwer, doch das Stilllegen dieser Reaktoren ist nur ein zeitliches Problem. Wir haben vor allem strukturelle Probleme. Es muss in den Ersatz der alten Kraftwerke investiert werden. Wir brauchen neue Zentralen für Spitzenbelastung und Back-Up-Zentralen für erneuerbare Energie.

Diese Investitionen bleiben aus, weil die Signale des Marktes die Investoren nicht gerade dazu ansetzt, effektiv zu investieren.“ Nicht zuletzt sind die Strompreise in den Augen Van Troyes in Belgien zu niedrig. Dass sich die Preise am Markt durch mögliche Investitionen von Seiten der Energieproduzenten durchaus verdoppeln können, schließt der Electrabel-Manager denn auch nicht aus: „Mit Marktpreisen von 40 € pro Megawattstunde wird sich keine einzige neue Investition umsetzen lassen.“