Katalanen konnten auch in Brüssel abstimmen

In Katalonien wurde am Sonntag darüber abgestimmt, ob sich die reiche spanische Region von ihrem Mutterland abspalten soll oder nicht. Trotz der Tatsache, dass die spanische Regierung auf etwaige Referenden der Katalanen nicht vorhat einzugehen, ließen die regionalen Behörden die Bürger fragen, was sie davon halten. Auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel gingen Auslands-Katalanen zur Wahlurne.

Der 9. November war ein Tag, den viele Katalanen sehnlichst erwarteten, erlaubten ihnen die regionalen Behörden in deren Hauptstadt Barcelona doch, trotz Verbots von Seiten der spanischen Staatsbehörden, über ihre Unabhängigkeit abzustimmen.

Ein echtes Referendum war diese Abstimmung wegen der Haltung des spanischen Staates nicht, doch die alternative Befragung der Bevölkerung wurde durchgezogen. Auch wenn Gerichte in Madrid dies verboten haben, kann das Resultat dieser Befragung politisch große Sprengkraft bedeuten.

Wie wichtig dies den Katalanen ist, zeigte sich am Sonntag auch in Brüssel, wo die rund 5.000 in Belgien lebenden Landsleute ebenfalls aufgerufen waren, ihre Stimme abzugeben. Im Gebäude der Katalanischen Vereinigung in Brüssel kamen schon am Sonntagmorgen Hunderte zur Abstimmung.

Auch wenn es „nur“ rund 5.000 Katalanen sind und auch wenn sie gut 1.000 km von ihrer Heimat entfernt leben - ihre Stimme will auch gehört werden. Die belgischen Katalanen hatten keine echten Wahlkabinen zur Verfügung und mussten ihre Stimmzettel selbst in Umschläge geben und diese selbst versiegeln.

Die Stimmzettel aus Brüssel gingen noch am Sonntag auf ihre Reise nach Barcelona, wo sie gemeinsam mit den Ergebnissen aus dem Rest der Welt gezählt werden. Am Sonntagabend werden wohl vorerst nur die Ergebnisse der Katalanen in Spanien vorliegen. Die internationalen Stimmen werden einige Tage danach addiert.