4 Anzeigen gegen Parlamentspräsident der Föderation Wallonie-Brüssel

Beim Parlamentspräsidenten der Föderation Wallonie-Brüssel, Jean-Charles Luperto, haben am Sonntag gleich zwei Hausdurchsuchungen statt gefunden, eine in seinem Wohnhaus und eine in seinem Büro im Rathaus von Sambreville. Dort ist er Bürgermeister. Der Grund hierfür sind Anzeigen im Zusammenhang mit Exhibitionismus. An diesem Montag fand eine weitere Hausdurchsuchung statt und zwar im wallonischen Parlament.

Die Staatsanwaltschaft arbeite schon seit mehreren Monaten an diesem Fall, schreibt die Zeitung Le Soir. Der Staatsanwalt von Namur, Vincent Macq, berichtet in der Zeitung, dass es im April vier Anzeigen gegeben habe.

Luperto habe sich im vergangenen Frühjahr in den Toiletten einer Autobahnraststätte von Spy, wenige Kilometer von seinem Wohnhaus entfernt, schuldig gemacht. Mehreren Kunden der Raststätte soll er sich nackt gezeigt haben, darunter auch Minderjährigen. Die Zeugen hätten sofort das Personal der Raststätte informiert, das wiederum die Polizei verständigt habe.

Was den Rest betreffe, so gelte natürlich die Unschuldsvermutung, so der Staatsanwalt von Namur. Der 40-jährige Luperto sei bislang weder beschuldigt, noch habe es eine Aufhebung der Immunität gegeben. Luperto könne weiterhin frei herumlaufen.

Macq bedauerte jedoch, dass es undichte Stellen innerhalb der Justiz gegeben habe. Entsprechende Ermittlungen hierzu seien eingeleitet worden, heißt es.

Die Ermittlungen gegen Luperto werden von der Justiz in Namur durchgeführt und erfolgen unter der Leitung des Untersuchungsrichters Philippe Olivier.

Lupertos Immunität war schon einmal 2007 aufgehoben worden. Er hatte dem Bürgermeister seiner Nachbargemeinde Jemeppe gedroht, dessen Haus anzuzünden. Luperto tat das Ganze damals als Scherz ab. Juristisch hatte es keine weiteren Folgen. Politisch verbaute es ihm jedoch die Chance, Minister zu werden.